Kampf gegen Covid-19 in einem Krankenhaus in Houston, Texas. | Bildquelle: REUTERS

US-Infektionszahlen Mehr als 150.000 Corona-Tote in den USA

Stand: 30.07.2020 07:58 Uhr

Die USA kriegen die Corona-Krise im Land nicht unter Kontrolle. Die Infektionszahlen steigen auf ein Rekordhoch, nirgendwo auf der Welt gibt es mehr Virus-Tote zu beklagen. Und ein geplantes Hilfspaket droht zu scheitern.

In den USA sind inzwischen mindestens 150.447 Menschen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität kamen zuletzt innerhalb von 24 Stunden weitere 1267 Todesopfer hinzu. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg auf rund 4,4 Millionen. In keinem anderen Land gibt es mehr Infektions- und Todesfälle. 

Im Mai war die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in den USA zwischenzeitlich zurückgegangen, seither steigen die Zahlen wieder drastisch an. Experten führen dies unter anderem auf eine zu schnelle Lockerung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens zurück. Besonders betroffen von der Virus-Ausbreitung sind derzeit Texas, Florida und Kalifornien. In Florida wurde am Mittwoch ein neuer Höchstwert verzeichnet: Binnen 24 Stunden starben 216 Menschen an den Folgen der Infektion, teilte das Gesundheitsministerium des Bundesstaats.

Maskenpflicht im Repräsentantenhaus

Nachdem mindestens ein Abgeordneter positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, gilt im US-Repräsentantenhaus von diesem Donnerstag an eine Maskenpflicht. Abgeordnete und Mitarbeiter müssten "im Saal des Repräsentantenhauses jederzeit Masken tragen", kündigte die Vorsitzende an, die Demokratin Nancy Pelosi. Ohne eine entsprechende Mund-Nasen-Bedeckung sei der Zutritt zu Gebäuden des Unterhauses nicht mehr gestattet. In einem TV-Interview sprach sich der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden für eine nationale Maskenpflicht aus.

Die USA scheinen derzeit nicht in der Lage, die Coronakrise in den Griff zu bekommen. Neben weiter steigenden Infektions- und Todeszahlen kämpft das Land auch mit den indirekten Folgen der Pandemie: Millionen Menschen wurden arbeitslos und sind auf Sozialleistungen angewiesen.

Hilfspaket könnte scheitern

Ein neues Eine-Billion-Dollar-Hilfspaket sollte die schlimmsten Folgen abfedern. Doch im Streit darum zeichnet sich keine Einigung ab. "Ich bin nicht optimistisch, dass wir irgendeine Art von umfassender Übereinkunft erreichen werden", sagte der Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows. Er war zuvor mit der Demokratin Pelosi zusammengekommen. Sie kritisierte das Hilfspaket des Weißen Hauses als unzureichend. Auch der US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte, man liege "sehr weit entfernt" von den Demokraten. Man diskutiere daher kurzfristige Lösungen.

Die Republikaner hatten zu Wochenbeginn einen Vorschlag vorgelegt, der aus Sicht der Demokraten zu kurz greift. Besonders umstritten ist die Unterstützung für Arbeitslose in Höhe von 600 Dollar pro Woche, die bislang gezahlt wird und die die Republikaner deutlich reduzieren wollen. Doch die Zeit drängt, ein erstes Hilfspaket läuft Ende des Monats aus. Der Schutz säumiger Mieter vor Räumung endete bereits am vergangenen Freitag.

US-Präsident Donald Trump zeigte sich trotz der neuen Corona-Zahlen und des Streits um das Hilfspaket zuversichtlich. Bei einem Besuch in Texas sagte er, die Suche nach einem Impfstoff schreite in Rekordzeit voran. "Wir werden das Virus besiegen", sagte Trump.

Zahl der Corona-Toten in den USA übersteigt Schwelle von 150.000
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
30.07.2020 08:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. Juli 2020 um 11:45 Uhr.

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