Ein Schiff mit chinesischen Soldaten auf dem Weg in die neue Auslandsbasis in Dschibuti. | Bildquelle: AP

Stützpunkt in Afrika Chinas Machtbasis in Dschibuti

Stand: 12.07.2017 13:02 Uhr

China steht kurz davor, in Afrika eine Militärbasis zu eröffnen. Ein Schiff mit Soldaten ist nach Dschibuti unterwegs. Die Regierung in Peking investiert schon seit Jahren viel Geld in dem kleinen Land am Horn von Afrika.

China hat Soldaten auf den Weg ins ostafrikanische Dschibuti geschickt. Das berichteten staatliche Medien. Dort sollen sie einen Stützpunkt eröffnen, von dem aus das Land nach eigenen Angaben humanitäre Hilfe und Blauhelm-Einsätze im Rahmen der UN koordinieren will.

Die Rede ist außerdem von Militärkooperationen, Marineübungen und Rettungseinsätzen im Golf von Aden, der für den Welthandel und strategisch von großer Bedeutung ist.

Wieviele Soldaten China dauerhaft in Dschibuti stationieren will, ist nicht bekannt. Die Pläne zum Bau der ersten chinesischen Militärbasis im Ausland waren bereits vor zwei Jahren bekannt geworden.

Dschibuti ist ein begehrter Standort

Außer China haben schon die USA, Frankreich, Italien, Spanien, Japan und die Türkei eine Militärpräsenz in dem Kleinstaat am Horn von Afrika. Deutsche Soldaten sind im Rahmen der Anti-Piraterie-Mission "Atalanta" zeitweise in Dschibuti stationiert. Auch Saudi-Arabien baut dort eine Basis.

Das autoritär regierte Dschibuti mit rund 900.000 Einwohnern gilt als stabil und strategisch günstig gelegen, weil es am Schnittpunkt von Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Asien liegt. So ist der Jemen nur knapp 20 Seemeilen entfernt und auch andere, afrikanische Krisenherde sind relativ nahe. Auch US-amerikanische Drohneneinsätze in Somalia sollen teilweise von Dschibuti aus geflogen werden.

China investiert und modernisiert

Peking investiert seit Jahren Milliarden in Dschibuti. Zuletzt hatte China die Zugverbindung nach Äthiopien modernisiert. Die Militärbasis wird als Zeichen für eine neue chinesische Militärstrategie gewertet, die eine Abkehr vom Prinzip der Nichteinmischung bedeuten könnte.

Im Südsudan etwa hat China Soldaten in eine UN-Mission entsandt und sich auch in Friedensverhandlungen engagiert. China fördert im Norden des Südsudan Öl. In dem Bürgerkriegsland leben daher auch zahlreiche Chinesen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Juli 2017 um 12:00 Uhr.

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