John Bolton | Bildquelle: REUTERS

Trumps Ex-Sicherheitsberater Bolton wirft Weißem Haus Twitter-Sperre vor

Stand: 23.11.2019 10:43 Uhr

Von wem die überraschende Trennung ausgegangen war - darüber stritten sich US-Präsident Trump und Ex-Sicherheitsberater Bolton kurz auf Twitter. Von dem Tag an hatte Bolton keinen Zugang mehr zu seinem Account.

Der frühere Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, hat dem Weißen Haus vorgeworfen, ihm wochenlang den Zugang zu seinem persönlichen Twitter-Konto verweigert zu haben. Bolton setzte mehrere Tweets über seinen bisherigen Account ab und schrieb dort, das Weiße Haus habe ihm seit mehr als zwei Monaten die Zugangsdaten nicht zurückgegeben.

"Aus Angst, was ich sagen könnte?", schob er nach. Es sei gelungen, seinen Twitter-Account, dem mehr als 830.000 Menschen folgen, zu "befreien". Bolton ergänzte, nicht das Weiße Haus habe ihm den Zugang zu seinem Account wieder gewährt, sondern Twitter habe ihm die Kontrolle zurückgegeben.

Bolton widersprach Trump nach der Entlassung

Trump hatte am 10. September völlig überraschend die Entlassung Boltons verkündet. Der Präsident begründete den Rausschmiss mit inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten. Bolton stellte die Dinge damals anders dar und schrieb am selben Tag auf Twitter, er selbst habe dem Präsidenten seinen Rücktritt angeboten. Seitdem hatte Bolton keinen einzigen Tweet mehr abgesetzt.

Das Weiße Haus wies Boltons Vorwürfe zurück. Trumps Sprecherin Stephanie Grisham sagte, möglicherweise habe der 71-Jährige einfach sein Passwort vergessen. "Ich nehme meinen Vater als Beispiel", sagte Grisham. "Menschen fortgeschrittenen Alters wissen vielleicht nicht, dass sie einfach nur Twitter kontaktieren und ihr Passwort zurücksetzen müssen, wenn sie es vergessen haben." 

Trump will nicht dahinterstecken

Auch Trump ist sich keiner Schuld bewusst. Auf die Frage, ob er Bolton den Zugang zu dessen Twitter-Account verweigert habe, sagte der US-Präsident in einem Telefoninterview des US-Fernsehsenders Fox News: "Natürlich nicht." Er habe ein gutes Verhältnis zu Bolton gehabt. Die beiden hätten einfach bei einigen Dingen unterschiedliche Ansichten gehabt.

In den laufenden Impeachment-Ermittlungen gegen Trump tauchte der Name Bolton bei Zeugenbefragungen immer wieder auf - und die Frage, was er von den Vorgängen in der Ukraine-Affäre wusste. Offen ist bislang, ob Bolton selbst vor dem Kongress aussagen wird. Laut einem Bericht der "New York Times" hat sein Anwalt signalisiert, dass Bolton selbst Kenntnis von "vielen wichtigen Treffen und Unterhaltungen" in der Affäre habe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. November 2019 um 05:06 Uhr.

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