Joe Biden und Kamala Harris bei einem gemeinsamen Auftritt | AP

Biden und Harris im Interview US-Bürger sollen 100 Tage Maske tragen

Stand: 04.12.2020 07:25 Uhr

Die Infektionszahlen steigen weiter an, Biden und Harris lassen keine Zweifel zu: Der Kampf gegen Covid wird ihren Start im Amt prägen. Ein alter Bekannter soll ihnen helfen.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Der versprochene Plan bleibt gültig für den Beginn der Präsidentschaft Biden: Ein konsequenter Kampf gegen das Coronavirus und zurück zu einer gemeinsamen Klimapolitik mit dem Rest der Welt. So der zukünftige US-Präsident Joe Biden und seine Vizepräsidentin Kamala Harris in ihrem ersten gemeinsamen Interview im US-Sender CNN.

Arthur Landwehr ARD-Studio Washington

Klimawandel, Corona und die "Würde der Regierung"

"Die Uhr tickt", sagt Harris und bezieht das auf den Klimawandel. Und was Corona angeht, will Biden ganz konkret beginnen: "Ich bitte die Menschen, 100 Tage eine Maske zu tragen. Nicht für immer, nur 100 Tage." Einer aus Donald Trumps bisherigem Team werde zukünftig ihn beraten: Anthony Fauci, als Teil seines Covid-Teams. Er selbst werde sich öffentlich impfen lassen, sobald der Stoff als sicher zugelassen sei.

Außerdem drängt Biden darauf, dass mit einem weiteren Hilfspaket den arbeitslos gewordenen Menschen und kleinen Unternehmen geholfen werde. Dafür mit einem wahrscheinlich republikanischen Senat arbeiten zu müssen, werde schwer - so wie bei allen anderen ihm wichtigen Anliegen auch, so Biden.

"Das wird schwer. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir Spielraum haben, wenn es um nationale Sicherheit geht und darum, die Menschen wieder in Arbeit zu bringen, die Wirtschaft anzukurbeln."

"Regieren über Twitter wird beendet"

Die Würde und Verlässlichkeit der Regierung wollten sie wieder herstellen, das Justizministerium werde wieder unabhängig und nicht ein Instrument der Politik. Und Regieren mit Twitter sei beendet.

Mit Harris wolle er ein Team bilden, so Biden. So wie er es mit Obama erlebt habe. "Er will, dass ich die erste und letzte im Raum bin", so Harris.

In der Außenpolitik verspricht Biden, wieder eng mit den Partnern in Europa und der NATO zusammenzuarbeiten. Wenn es darum gehe, Iran daran zu hindern, Atomwaffen zu bauen oder Russland in seine Schranken zu drängen.

Und gegenüber China werde er eine harte Haltung behalten, Diebstahl von geistigem Eigentum nicht akzeptieren, darauf drängen, auf faire Regeln im Umgang bestehen.

Die Welt verändere sich schnell, die vierte industrielle Revolution verunsichere und die Probleme für die Arbeitswelt, der Erhalt eines starken Mittelstandes seien wichtig. Da müssten die USA eine führende Rolle übernehmen. "Dies ist ein bisschen wie 1932. Es verändert sich etwas grundsätzlich, nicht nur in den USA, auf der ganzen Welt", so Biden.

Trump soll bei Amtsübergabe dabei sein

Wenn Biden und Harris am 20. Januar den Amtseid ablegen, dann wünscht Biden sich, dass Donald Trump dabei sein wird. Es gehe ihm dabei nicht um ihn selbst, sondern um das Land. "Wir müssen demonstrieren, dass nach dem Chaos, das er geschaffen hat, ein friedlicher Übergang der Macht passiert", so Biden.

Und schließlich ist jetzt die offizielle Bezeichnung von Kamala Harris' Ehemann klar: Second Gentleman, nicht etwa "Second Dude", wie der Moderator vorschlägt, also "Zweiter Kerl". Aber sie, so Harris, bleibe bei "Honey".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Dezember 2020 um 08:00 Uhr.