Der alte Grenzverlauf an der Maas

Grenzkorrektur zum 1. Januar Niederlande bekommen ein Stück Belgien

Stand: 01.01.2018 10:01 Uhr

Gebietstausch an der Maas: Seit heute gehören zwei ehemals belgische Halbinseln zu den Niederlanden. Damit wird der seit mehr als 160 Jahren geltende Grenzverlauf korrigiert. Aber auch die Belgier bekommen etwas von den Niederländern.

Belgien schrumpft und die Niederlande werden größer. Seit heute gilt ein Vertrag zur Grenzkorrektur: Zwei Maas-Halbinseln südlich von Maastricht mit einer Größe von 16,37 Hektar werden niederländisches Territorium. Das entspricht in etwa der elffachen Fläche des Pariser Platzes vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Belgien bekommt im Gegenzug eine 3,09 Hektar große Halbinsel - rund die doppelte Fläche des Pariser Platzes.

Die Grenzkorrektur wurde vereinbart, weil die drei unbewohnten Halbinseln nach einer Begradigung der Maas im Jahr 1961 zu Enklaven geworden worden. Belgien konnte seine Halbinseln de l'Ilal und d'Eijsden seitdem nur noch auf dem Wasserweg erreichen. Gleiches galt umgekehrt für die bislang niederländische Halbinsel Petit-Gravier. Von der Situation profitierten etwa Drogenschmuggler, die die Gebiete als gesetzesfreien Raum missbrauchten.

Der ursprüngliche Grenzverlauf war 1843 festgelegt worden und folgte dem tiefsten Punkt im Fluss. Jahrelang hatte beide Länder einen Vertrag zur Grenzverschiebung vorbereitet. Ende November 2016 wurde er dann bei einem Staatsbesuch des belgischen Königs Philippe in den Niederlanden von den Außenministern beider Länder unterzeichnet. Bevor er in Kraft treten konnte, musste noch das belgische Parlament zustimmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Januar 2018 in den Nachrichten.

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