Rettungsschiff "Aquarius 2" (Archivbild) | Bildquelle: AFP

Zivile Seenotrettung Panama entzieht "Aquarius 2" Flagge

Stand: 25.09.2018 16:31 Uhr

Auf Betreiben der italienischen Regierung hat Panama der "Aquarius 2" seine Flagge entzogen. Damit ist kein privates Rettungsschiff mehr im zentralen Mittelmeer aktiv.

Dem einzigen privaten Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer wird nach Angaben Panamas auf Wunsch Italiens die Zulassung entzogen. Die panamaische Schifffahrtsbehörde teilte mit, die italienische Regierung habe angeführt, der Kapitän der "Aquarius 2" habe sich Anweisungen widersetzt, laut denen gerettete Migranten nach Libyen zurückgeschickt werden müssten.

SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen, die beiden Hilfsorganisationen, die die "Aquarius 2" betreiben, haben erklärt, dass Libyen nicht die internationalen Standards zur Sicherheit erfüllt. Vor wenigen Tagen erst hatte UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi in Rom gesagt, in Libyen gebe es keinen sicheren Hafen. 

Hoffnung auf politischen Druck

Beide Organisationen forderten die europäischen Regierungen auf, der "Aquarius 2" eine Fortsetzung des Einsatzes zu ermöglichen. Panama handle "unter offenkundigem wirtschaftlichem und politischem Druck der italienischen Regierung", kritisierten sie. Der Flaggenentzug stelle "für die lebensrettende Seenothilfe einen schweren Rückschlag dar", erklärten die Organisationen.

Die "Aquarius 2" hatte in den vergangenen Tagen 58 Flüchtlinge und Migranten vor der Küste Libyens gerettet. Wo sie nun hingebracht werden können, ist bisher unklar. Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini hat erklärt, keine privaten Rettungsschiffe in den Häfen seines Landes anlegen zu lassen.

Die "Aquarius 2" ist zur Zeit das einzige nicht-staatliche Rettungsschiff auf dem Mittelmeer - die Regierungen Italiens, aber auch Maltas haben in den letzten Monaten die Arbeit der übrigen Rettungs-NGOs unter anderem durch juristische Verfahren weitestgehend zum Erliegen gebracht.

Mit Informationen von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. September 2018 um 04:48 Uhr.

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