Blumen wurden am Anschlagsort Baerum in Norwegen angebracht | Bildquelle: Orn E Borgen/EPA-EFE/REX

Moschee-Angriff nahe Oslo Norwegische Ermittler erhielten "vagen Tipp"

Stand: 12.08.2019 17:13 Uhr

Nach dem Angriff auf eine Moschee bei Oslo verdächtigt die Polizei den mutmaßlichen Täter nun offiziell des Terrorismus. Ermittler hatten bereits vor einem Jahr einen "vagen Tipp" über seine Pläne erhalten.

Nach dem Angriff auf eine Moschee bei Oslo kommt der 21 Jahre alte Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Das entschied das Bezirksgericht der norwegischen Hauptstadt.

Der Norweger, dem die Staatsanwaltschaft neben Mord mittlerweile auch Terrorismus vorwirft, kann somit bis zu vier Wochen in U-Haft mit Brief- und Besuchsverbot behalten werden, die ersten beiden Wochen davon in vollständiger Isolation. Nach Angaben seiner Verteidigerin hatte er die Anschuldigungen zuvor vor Gericht von sich gewiesen und gefordert, auf freien Fuß zu kommen. Weiter äußerte er sich demnach nicht.

Hinweis wurde nicht nachgegangen

Die norwegischen Sicherheitsbehörden hatten bereits vor einem Jahr einen "vagen Tipp" über die Pläne des Mannes erhalten. Das teilte der Leiter der Sicherheitsbehörde, Hans Sverre Sjövold, auf einer Pressekonferenz mit. Dem Hinweis sei nicht nachgegangen worden, weil er keine konkreten Anhaltspunkte für einen bevorstehenden Anschlag enthalten habe. Täglich gingen viele derartige Hinweise besorgter Bürger ein.

Mit mehreren Waffen war der 21-Jährige am Samstag in die Al-Noor-Moschee in Bærum bei Oslo eingedrungen. Dort gab er zwar mehrere Schüsse ab, wurde aber von einem 75-Jährigen überwältigt. Schwerer verletzt wurde dort niemand. In der Wohnung des Verdächtigen fand die Polizei später die Leiche seiner 17 Jahre alten Stiefschwester, weshalb sich der Mann auch wegen Mordes verantworten muss. Die Ermittler gehen bei dem Angriff auf die Moschee unter anderem wegen der Online-Aktivitäten des Mannes von einem rechtsextremen Motiv aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. August 2019 um 00:00 Uhr.

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