Ein verletzter Afghane wird nach einer Explosion in einer zur Wählerregistrierung genutzte Moschee ins Krankenhaus gebracht. | Bildquelle: AFP

Explosion in Moschee Viele Tote bei Anschlägen in Afghanistan

Stand: 06.05.2018 18:09 Uhr

In Afghanistan sind am Wochenende zahlreiche Anschläge verübt worden. Bei einer Bombenexplosion in einer Moschee starben viele Menschen, die sich für die Wahl im Oktober registrieren lassen wollten.

Bei einer schweren Explosion in einem Zentrum zur Wählerregistrierung in Ostafghanistan sind mindestens 14 Menschen getötet worden. Mehr als 30 weitere Personen seien bei dem mutmaßlichen Anschlag verletzt worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Explosion ereignete sich in einer Moschee in der Stadt Khost nahe der Grenze zu Pakistan.

Dort wollten sich zu dem Zeitpunkt Bürger für die Parlaments- und Provinzratswahlen am 20. Oktober registrieren lassen. Bereits vor zwei Wochen waren bei einem Selbstmordanschlag auf ein Ausgabezentrum für Wahlausweise in Afghanistan 60 Menschen getötet und 129 weitere verletzt worden. Bislang reklamierte keine Gruppe den Anschlag für sich.

Zuletzt deutlich mehr Anschläge

Die Zahl der Angriffe und Entführungen in Afghanistan hat in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 763 Zivilisten getötet und 1495 schwer verwundet. 75 Tote und 192 Verletzte gab es durch die Explosion improvisierter Bomben. Bei Selbstmordanschlägen starben 236 Zivilisten und 515 weitere wurden verletzt.

Nahezu zeitgleich zur Explosion in Khost verschleppten Taliban-Kämpfer im Norden des Landes sieben indische Elektriker und mehrere ihrer afghanischen Kollegen. Die Elektriker seien im Bezirk Dand-e Ghori auf dem Weg zur Arbeit gewesen, als ihr Fahrzeug von Männern des Taliban-Befehlshabers Mullah Shahin gestoppt worden sei, teilte die Polizei mit.

Afghanische Journalisten zünden Kerzen an einem Anschlagsort an, an dem zahlreiche Journalisten getötet wurden. | Bildquelle: HEDAYATULLAH AMID/EPA-EFE/REX/Sh
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Am Donnerstag zündeten in Kabul afghanische Journalisten Kerzen an, um der getöteten Kollegen bei einem Anschlag vom Montag zu gedenken.

Angriffe auf Polizei und Sicherheitskräfte

Tags zuvor wurden beim Angriff auf die Residenz eines Polizeichefs in Kandahar in Südafghanistan fünf Menschen getötet. Zunächst habe ein Selbstmordattentäter am Zugang zu der Residenz seinen mit Sprengstoff beladenen Wagen in die Luft gesprengt und zwei Polizisten mit in den Tod gerissen. Zwei weitere Angreifer seien bei einem zweiten Kontrollpunkt erschossen worden, erklärte die Polizei.

Außerdem starben in Almar in Nordafghanistan sieben Zivilisten, als ihr Auto auf eine am Straßenrand versteckte Bombe fuhr. Das Fahrzeug hatte Händler zu einem Markt bringen sollen. Die Taliban hätten mit der Bombe eigentlich Sicherheitskräfte im Visier gehabt, hieß es.

Vergangene Woche waren bei mehreren Anschlägen zahlreiche Menschen getötet worden, darunter viele Journalisten. Allein in Kabul starben 25 Menschen bei einem Doppelanschlag, den die Terrormiliz "Islamischer Staat" für sich reklamierte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Mai 2018 um 16:00 Uhr.

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