Afghanistan | Bildquelle: REUTERS

Wahl in Afghanistan Die Jugend hofft auf Frieden

Stand: 28.09.2019 08:32 Uhr

Die Präsidentenwahl hat begonnen - und vor allem Jugendliche in Afghanistan haben hohe Erwartungen. Doch ob sie wirklich abstimmen, ist ungewiss, denn die Taliban haben mit Gewalt gedroht.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Südasien

Auf einer Skateboard-Bahn in der afghanischen Hauptstadt Kabul drehen ein paar Freestyle-Radfahrer ihre Runden, mit Sprüngen über die verschieden Hindernisse und anderen gefährlich aussehenden Kunststücken auf dem Rad. Gefahr ist den Jugendlichen in Kabul nicht fremd. Keiner von ihnen kann sich an eine Zeit ohne Krieg und Terror erinnern. Von den Wahlen erwarten sie alle vor allem endlich Frieden.

"Wir hoffen, dass die Wahl fair und transparent sein wird und dass der neue Präsident unser Land aus dieser Krise herausführen kann, damit wir endlich Frieden und Stabilität haben", sagt Asghar Mehrzada, Chef der Fahrradgruppe Peace & Freestyle. Der 20-jährige Mohammad Rafi Sultani, Mitglied des Kabul Skate Clubs, fordert: "Alle sollten zur Wahl gehen. Wir brauchen einen guten Präsidenten, der in Zukunft dem ganzen Volk dienen wird."

Präsidentenwahl in Afghanistan
tagesschau 12:00 Uhr, 28.09.2019, Markus Reher, ARD Neu Delhi

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Jüngste Bevölkerung weltweit

Afghanistan hat eine ausgesprochen junge Bevölkerung, eine der jüngsten weltweit. Nach UN-Angaben sind drei Viertel der Afghanen unter 30 Jahre alt, fast die Hälfte unter 15. Ihre Stimme könnte untergehen bei der Gestaltung der politischen Zukunft Afghanistans und beim Friedensprozess mit den Taliban.

Frauen in Afghanistan | Bildquelle: REUTERS
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Frauen in Afghanistan müssen separat wählen.

Mädchen waren unter deren Herrschaft der Taliban vom Schulbesuch ausgeschlossen, Frauen durften nicht arbeiten, außer zu Hause. Nur etwa 32 Prozent der jungen Frauen können nach einem Bericht der UN-Unterstützungsmission UNAMA lesen und schreiben, bei jungen Männern sind es 62 Prozent.

Die 21-jährige Studentin, Pashtana Durrani, kämpft darum mit einer eigenen Nichtregierungsorganisation für bessere Bildungschancen und für Demokratie: "Wir konzentrieren uns auf den Demokratisierungsprozess und ich habe große Hoffnung in die Präsidentschaftswahl. Das ist das erste Mal, dass ich meine Stimme abgeben kann und als Staatsbürgerin Afghanistans will ich mein demokratisches Recht auf jeden Fall ausüben."

Mehr Angst vor dem Klimawandel

Doch die Jugend Afghanistans denkt auch global und blickt über die Grenzen ihres Landes hinaus. Rund 100 junge Demonstranten beteiligten sich vergangene Woche an der weltweiten Fridays for Future- Demonstration für den Klimaschutz. Angesichts der extremen Sicherheitslage in Kabul wurde der Demonstrationszug von Soldaten beschützt.

Fardeen Barakzai, Mitglied der afghanischen Umweltschutzgruppe Oxygen, erklärt: "Der Klimawandel tötet jeden. Wir haben weniger Angst vor dem Krieg als vor dem Klimawandel. Deshalb werden wir uns mit ganzer Kraft dagegen einsetzen."

Afghanistan | Bildquelle: REUTERS
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Esel transportieren die Wahlboxen über weite Strecken in Afghanistan.

Taliban bedrohen Wähler

Wie viele Afghanen dem Aufruf zur Wahl folgen und ihre Stimme abgeben, ist unklar. Die Taliban haben Anschläge auf Wahllokale angekündigt und auch allen Wählern mit Gewalt gedroht. Vor fünf Jahren hatten die Taliban an einigen Wählern ein Exempel statuiert. Wer mit blau gefärbtem Zeigefinger angetroffen wurde, das Zeichen für die Teilnahme an der Wahl, dem wurde der Finger abgehackt.

Überall im Land gilt die höchste Sicherheitsstufe. An den zahlreichen Checkpoints in der afghanischen Hauptstadt Kabul wird jedes Auto durchsucht. Zehntausende Soldaten und Polizisten sind im Einsatz, um für Sicherheit bei den Wahlen zu sorgen.

Wenn am heutigen Wahltag keiner der Kandidaten mindestens 51 Prozent der Stimmen erreicht, gibt es in einigen Wochen eine Stichwahl. Experten gehen davon aus, dass dies, wie bei der letzten Wahl vor fünf Jahren, Präsident Ashraf Ghani und Regierungschef Abdullah Abdullah sein werden.

Erwartungen der Jugend an die Wahl
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Dehli
27.09.2019 19:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 28. September 2019 um 06:04 Uhr und 07:04 Uhr.

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