Kreml in Moskau | picture-alliance/ dpa

Kein EU-Gipfel mit Putin Kreml bedauert Absage aus Brüssel

Stand: 25.06.2021 16:56 Uhr

In Moskau bedauert man die Absage eines Gipfels zwischen EU und Russland - schließlich wäre dies eine Möglichkeit gewesen, Spannungen abzubauen. Der Kreml warnte vor einem Teufelskreis.

Von Stephan Laack, WDR

Die russische Regierung bedauert die Absage der EU an das Gipfeltreffen mit Präsident Wladimir Putin. Kremlsprecher Dimitri Peskow wunderte sich, dass ausgerechnet die jungen EU-Mitgliedsstaaten am vehementesten dagegen seien. Länder wie Polen oder die baltischen Staaten etwa, die sich am Häufigsten grundlos über eine angebliche Bedrohung durch Russland beklagten.

Stephan Laack

"Genau diese Länder tun alles, um möglichst viele NATO-Truppen, insbesondere aus den USA, auf ihrem Territorium zu stationieren. Dadurch entsteht ein Teufelskreis. Diese Länder sprechen einerseits von der Gefahr, andererseits stationieren sie bei sich ausländische Streitkräfte. Dadurch setzen sie sich einer größeren Gefahr aus und verweigern darüber hinaus den Dialog", so der Kremlsprecher.

Kreml: Bleiben offen für den Dialog

Das sei ein unlogisches Verhalten, so Peskow weiter - und zudem nachteilig für die Zukunftsperspektiven. Aber das müsse eher die Sorge der EU sein. In Brüssel herrschten viele Meinungsverschiedenheiten, zudem sei die Rhetorik oft emotional.

Peskow betonte, Russland hoffe weiterhin darauf, dass sich langfristig die Länder, die für einen Dialog mit Moskau sind, durchsetzen. Putin bleibe daran interessiert, die Arbeitsbeziehung zwischen Brüssel und Moskau wiederherzustellen.

Deutsch-französischer Vorschlag gescheitert

Frankreich und Deutschland hatten den EU-Partnern vorgeschlagen, ein Gipfeltreffen mit Putin abzuhalten und damit viele Mitgliedsstaaten überrascht. Viele EU-Staaten äußerten Bedenken gegen einen solchen Dialog. Ablehnend reagierten unter anderem die baltischen Staaten. 

Der letzte EU-Russland Gipfel hatte vor sieben Jahren stattgefunden. Wegen der russischen Annexion der Krim und Moskaus Unterstützung der Separatisten im Krieg in der Ostukraine wurden die Treffen danach ausgesetzt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Juni 2021 um 15:11 Uhr.