US-Flagge vor dem dem VW-Logo

Dieselskandal bei VW US-Gericht genehmigt Milliarden-Vergleich

Stand: 26.07.2016 20:37 Uhr

Ein US-Gericht hat im Rechtsstreit um manipulierte Abgaswerte bei VW grünes Licht für einen Milliarden-Vergleich gegeben. Demnach soll jeder betroffene US-Kunde entschädigt werden. Die Kläger haben 45 Tage Zeit zu entscheiden, ob sie den Kompromiss annehmen.

Nicole Markwald ARD-Studio Los Angeles

Von Nicole Markwald, ARD-Hörfunkstudio Los Angeles

In San Francisco hat der zuständige Richter den Kompromiss zwischen dem Wolfsburger Autobauer Volkswagen und seinen Klägern in der Abgas-Affäre angenommen. Charles Breyer erteilte der Einigung seine "vorläufige Zustimmung". Damit besiegelt  Breyer den teuersten Vergleich, den es bislang in der Auto-Branche gegeben hat.

Tausende Euro für betroffene US-Kunden

VW hatte sich bereit erklärt, umgerechnet 13,4 Milliarden Euro für seine Manipulationen bei den Diesel-Fahrzeugen zu zahlen. Gut ein Drittel der Summe fließt in einen Umweltfonds und die Förderung emissionsfreier Autos.

Jeder US-Kunde, der einen manipulierten VW oder Audi gekauft hat, erhält eine Entschädigung. Sie soll zwischen umgerechnet 4600 und 9100 Euro liegen. Außerdem muss der Konzern den Kunden anbieten, die Fahrzeuge zurückzukaufen oder so zu reparieren, dass sie die vorgeschriebenen Schadstoff-Obergrenzen nicht überschreiten.

Nun haben die Kläger 45 Tage Zeit, den Kompromiss anzunehmen oder allein weiter zu klagen.

Neuer Rückrufplan für Dieselfahrzeuge angekündigt

Die Einigung betrifft rund eine halbe Million Fahrzeuge mit Zwei-Liter-Motoren. Noch offen ist allerdings die Reparatur von 85.000 Dieselfahrzeugen mit Drei-Liter-Motoren. Kaliforniens Umweltamt hatte den Rückrufplan des Autobauers für diese Fahrzeuge als zu ungenau zurückgewiesen. Nach Angaben des US-Justizministeriums hat VW einen neuen Vorschlag für die Umrüstung der betroffenen Dieselfahrzeuge für den kommenden Monat angekündigt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Juli 2016 um 20:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Erich Kästner 26.07.2016 • 21:31 Uhr

US-Kunden kassieren, Deutsche gehen leer aus.

Schön, wie man sich in den USA für Verbraucher einsetzt. Ich dachte bisher, das wäre ein europäisches Markenzeichen. Während die US-Verbraucher entschädigt werden, bekommen die deutschen Verbraucher lediglich eine Einladung zur Umrüstung, müssen also Zeit investieren. Was für eine schöne Belohnung! @barbarossa2: wer betrügt, muss bestraft werden. Der Schutz der Betrüger darf nicht über den Schutz der Betrogenen gehen! Aus dieser Logik heraus wäre selbstverständlich auch eine Pleite von VW eine angemessene Folge. Die Gewinne wurde nicht verdient, sondern mit illegalen Mitteln erschlichen. Zudem würde das nicht den VW-Konzern "pleite machen". Sie verdrehen hier die Rollen. VW hätte sich selbst Pleite gemacht. Man spricht ja bei Betrügern auch nicht davon, dass Gerichte sie pleite machen. Das wäre total widersinnig. Die Täter sind immer noch selbst für ihre Taten verantwortlich!