US-Flagge vor dem dem VW-Logo

Einigung im Abgasskandal VW soll in den USA 14,7 Milliarden Dollar zahlen

Stand: 28.06.2016 16:47 Uhr

VW muss in den USA voraussichtlich 14,7 Milliarden Dollar im Dieselskandal zahlen. Das geht aus einem Vergleichsvorschlag hervor, den US-Kläger bei einem Gericht in San Francisco einreichten. Über den Vergleich muss der zuständige Richter noch entscheiden.

Der Volkswagen-Konzern muss wegen des Abgasskandals in den USA 14,7 Milliarden Dollar (umgerechnet 13,2 Milliarden Euro) zahlen. Der größte Teil der Summe soll dafür verwendet werden, Besitzer der betroffenen Dieselfahrzeuge mit Zwei-Liter-Motoren zu entschädigen. Sie haben die Wahl, ihre Wagen umrüsten zu lassen oder sie zurückzugeben. Geplant ist, dass jeder US-Kunde mindestens 5100 Dollar (4600 Euro) Entschädigung erhalte.

Entschädigungsklagen vermeiden

Der Rest des Geldes soll für Entschädigungs- und Strafzahlungen verwendet werden. Das geht aus einem Dokument hervor, das US-Kläger bei einem Gericht in San Francisco einreichten. VW hatte bis zum heutigen Tag Zeit, sich mit der EPA zu einigen. Volkswagen will Gerichtsverfahren über die Entschädigungen in den USA unbedingt vermeiden, da diese auf noch weit höhere Kosten für den Konzern hinauslaufen könnten. Parallel wird Volkswagen auch in Deutschland und anderen Ländern wegen der Manipulation der Abgaswerte mit Klagen überzogen.

Insgesamt hatte VW 16 Milliarden Euro für die Bewältigung der Krise zurückgestellt. Mit der Einigung in den USA ist nun der Großteil des Geldes bereits aufgebraucht. Insider rechnen damit, dass in Europa weitere fünf Milliarden Euro an Kosten dazukommen.

VW-Finanzchef Frank Witter nannte die Vergleichspläne eine "sehr erhebliche Bürde für unser Geschäft". Durch Kosten in dieser Höhe werde der Sparkurs umso wichtiger. Konzernchef Matthias Müller sieht in der Vereinbarung einen "wichtigen Schritt nach vorn". Es gelte, das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen, der Weg dahin sei aber noch weit.

Richter prüft nun

Noch ist die Entscheidung in den USA nicht rechtskräftig. Der zuständige Richter Charles Breyer muss dem Entwurf noch zustimmen. Danach haben die Kläger die Möglichkeit, den Vergleich anzunehmen.

Auf Druck der US-Umweltbehörden hatte VW vor neun Monaten zugegeben, Abgaswerte in seinen Diesel-Fahrzeugen mit einer Software manipuliert zu haben.

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KOMMENTARE

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sedance 28.06.2016 • 21:30 Uhr

In Südkorea sitzt ein

In Südkorea sitzt ein dortiger VW Manager sogar in U-Haft. Er soll hunderte Dokumente frisiert haben,damit die Autos des VW Konzern die Zulassung in Korea bekommen. Für mich gibt /gab es im VW Konzern scheinbar ne ganze Menge krimineller Energie.Und da einem die deutsche Politik nie ernste Probleme bereitete, hat man wohl gedacht das es in anderen Ländern auch so laufen wird. Irrtum!!