Ein Brief wird in einen Briefkasten geworfen. | dpa

Zustimmung der Regulierer Post darf Porto erhöhen

Stand: 23.11.2021 12:30 Uhr

Die Bundesnetzagentur erlaubt der Deutschen Post, das Porto für Postkarten und Standardbriefe zu erhöhen. In der Weihnachtszeit gelten aber noch die alten Preise.  

Auf die Verbraucher in Deutschland kommen höhere Preise für Briefe und Postkarten zu. Die Bundesnetzagentur räumte der Deutschen Post einen Spielraum von 4,6 Prozent für die Erhöhung ihrer Preise vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2024 ein. Das neue Inlandsporto wird also für drei Jahre gelten.

Auf Basis der Vorgabe darf die Deutsche Post den Warenkorb aller regulierter Briefsendungen verteuern. Dazu würden nach Angabe der Bundesnetzagentur beispielsweise Standard-, Kompakt-, Groß-, Maxibrief, Postkarte (national und international) sowie Zusatzleistungen wie Einschreiben, Nachnahme, Wertversand gehören.

"Sinkenden Sendungsmengen im Digitalzeitalter"

Die Post hatte bereits im Oktober angekündigt, die Preise unter anderem für das Massenprodukt Standardbrief ab 2022 um fünf Cent auf 85 Cent anzuheben. Die Postkarte soll dann 70 statt wie bislang 60 Cent kosten. Der Bonner Konzern kann diese Erhöhung dank der Erlaubnis der Regulierer nun umsetzen. Die höheren Preise begründet die Post mit höheren Kosten bei sinkenden Sendungsmengen im Digitalzeitalter. Alte Briefmarken bleiben zwar gültig, sie müssen aber zusätzlich frankiert werden.

Der aktuelle Aufschlag fällt mit 4,6 Prozent geringer aus als bei früheren Erhöhungen. Im Jahr 2019, der letzten Erhöhung, lag der Wert bei 8,9 Prozent. Damals hatte der Logistikkonzern das Porto für einen Standardbrief um zehn Cent auf 80 Cent gesteigert. Davor wurde der Preis für das Massenprodukt Standardbrief Anfang 2016 für drei Jahre von 62 auf 70 Cent erhöht.

Post noch immer mit Monopolstellung

Die Briefpreise der Post für Privatkunden müssen von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. Sie überprüft Porto-Erhöhungen, weil der ehemalige Staatsmonopolist auf dem Briefmarkt noch immer eine marktbeherrschende Stellung einnimmt. Der Bonner Konzern ist das einzige Unternehmen in Deutschland, das die Versorgung der Bevölkerung mit Briefen bis in entlegene Ecken der Republik sicherstellt. Konkurrenten konzentrieren sich vor allem auf das lukrative Geschäft in Ballungsräumen und mit Firmenkunden.

Ganz abgeschlossen ist das Genehmigungsprozedere zur Portoanhebung noch nicht. Die Post muss noch einen Entgeltantrag stellen, den die Regulierungsbehörde dann genehmigt. Es gilt als sicher, dass die Erhöhung so kommen wird wie von der Post geplant.