Black-Friday-Werbung in einer Einkaufspassage | MATTEO CORNER/EPA-EFE/Shuttersto
FAQ

Black Friday Welche Rabatte lohnen sich?

Stand: 24.11.2021 06:24 Uhr

Am 26. November starten viele Händler mit dem "Black Friday" offiziell in das Weihnachtsgeschäft und locken dafür mit großzügigen Rabatten. Worauf müssen Kunden bei der Schnäppchenjagd achten?

Von Lilli Hiltscher, tagesschau.de

4,9 Milliarden Euro wollen die Deutschen am Black Friday in diesem Jahr ausgegeben. Immerhin lohnt sich der Einkauf wohl an kaum einem anderen Tag im Jahr so sehr: Händler locken mit Tiefpreisen und Rabatten von mehr als 50 Prozent. Die ersten Rabatte gibt es bereits: In der "Black Week" beginnen viele Händler schon vor dem eigentlichen Shopping-Tag mit den Sonderangeboten. Doch lohnt sich die Rabatt-Schlacht für Kunden wirklich?

Lilli Hiltscher

Können Kunden am Black Friday wirklich sparen?

Im Schnitt konnten Verbraucher am Black Friday im vergangenen Jahr rund vier Prozent sparen. Das Vergleichsportal "Idealo" stellte bei einer Analyse der Preisentwicklung der beliebtesten Produktkategorien fest, dass zwar 61 Prozent der Produkte tatsächlich weniger kosteten als zuvor. Allerdings war nur etwa jedes siebte Angebot um mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vormonat reduziert.

Bei welchen Produkten lohnt es sich, am Black Friday zuzuschlagen?

Häufig würden vor allem Produkte aus den Vorjahren besonders beworben. Das stellten Verbraucherschützer der Stiftung Warentest fest. Viele Produkte werden laut den Ergebnissen der Experten mit der Zeit günstiger: "Geduld ist Geld wert."

Zudem raten Experten, sich nicht vorab auf eine bestimmte Ausführung eines Produktes festzulegen. Julia Gerhards von der Verbraucherzentrale in Rheinland-Pfalz empfiehlt, nicht unbedingt die beliebteste Version eines Produktes zu kaufen: "Wenn ich die Ausführung in dem komischen Pink statt in dem schicken Schwarz kaufe, kann das preislich einen deutlichen Unterschied machen." Darum sollte man alle Varianten eines Produkts im Blick behalten.

Produkte, die dagegen ohnehin beliebt seien und häufig verkauft würden, werden demnach auch zu Rabattaktionen wie während der Black Week nicht günstiger angeboten. Hier raten Verbraucherschützer, Preise zu vergleichen und nicht spontan zuzugreifen. Außerdem sollten Kunden gerade bei Elektronik die Preise im Blick behalten. Denn durch die anhaltenden Lieferschwierigkeiten sind die Preise dafür zuletzt deutlich angestiegen: "Hier kann es sich lohnen, sogar bis in das kommende Jahr mit Kauf zu warten", so Gerhards.

Wie wird die Schnäppchenjagd ein Erfolg?

Um von den Schnäppchen während der Black Week profitieren zu können, sollten sich Kunden schon im Vorfeld genau überlegen, was sie kaufen wollen. Dazu rät Expertin Gerhards: "Wenn ich weiß, was ich will und welche Bedingungen das Produkt erfüllen muss, kann ich gezielt danach suchen."

Die Verbraucherzentralen NRW und Rheinland-Pfalz raten dazu, bei allen Produkten Rabatte richtig zu prüfen und Preise zu vergleichen. Iwona Husemann von der Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, die Preise für ein bestimmtes Produkt schon im Verlauf des Jahres im Blick zu behalten. "Denn wer den Ursprungspreis kennt, kann Fake-Rabatte gut durchschauen", sagte die Verbraucherschützerin gegenüber tagesschau.de.

Denn Preissenkungen von 50 Prozent und mehr gibt es kaum. Deshalb rät die Expertin außerdem dazu, Preissuchmaschinen zu nutzen, um die Preise eines Produktes bei verschiedenen Anbietern zu vergleichen und auch über einen längeren Zeitraum zu beobachten. "Erst wenn sich ein Sonderangebot mit Suchen in zwei Preissuchmaschinen nicht unterbieten lässt, kann sich der Klick auf den Kaufen-Button mit großer Sicherheit lohnen", so die Verbraucherschützerin aus NRW.

Verbraucherschützerin Gerhards aus Rheinland-Pfalz ergänzt: "Um den perfekten Moment zu erwischen, an dem ein Produkt besonders günstig ist, lohnt es sich, Preiswecker zu nutzen. Dann benachrichtigt die Webseite automatisch die Kunden, wenn der Preis unter ein bestimmtes Niveau gefallen ist."

Worauf sollten Kunden beim Shoppen am Black Friday achten?

Die meisten Online-Shops können ihre Preise flexibel anpassen. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass Kunden, die häufig nach einen bestimmten Produkt suchen, höhere Preise angezeigt bekommen. Darum rät Expertin Husemann, anonym im Netz zu shoppen, "indem Cookies regelmäßig gelöscht werden, der Inkognito-Modus im Browser aktiviert wird und die IP-Adresse verborgen wird".

Außerdem sei besonders an Rabatttagen die Gefahr von Betrugsfällen hoch, so die Fachfrau: "Fake-Shops sind auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Teilweise sind sie Kopien real existierender Websites." Darum empfiehlt sie, Waren online nur auf Rechnung oder per Lastschrift zu zahlen.

Julia Gerhards rät zudem dazu, auch im Geschäft um die Ecke vorbeizuschauen: "Der stationäre Handel bietet nicht zuletzt wegen der Lieferschwierigkeiten in diesem Jahr einige Vorteile. Und auch dort nutzen Händler mittlerweile die Tage wie den Black Friday und reduzieren ihre Preise."

Welche Tricks nutzen Händler, um Kunden zum Kauf zu animieren?

Die Verbraucherzentrale NRW weist drauf hin, dass vor allem Online-Händler ihre Kunden häufig mit Marketing-Tricks unter Druck setzen, um schnelle Verkäufe zu erzielen. Beliebte Methoden seien etwa ein ablaufender Balken, der anzeigt, wie viel Ware noch auf Lager ist oder eine Uhr, die Zeitdruck erzeugen soll. "Doch meist lässt sich nicht erkennen, wie viele vorhandene Artikel hinter dem Balken stecken: Es können zehn, aber genauso gut auch 1000 sein."

Über dieses Thema berichtete das Morgenmagazin am 24. November 2021 um 07:13 Uhr.

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Moderation 24.11.2021 • 15:15 Uhr

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