Oliver Blume (r) und Lutz Meschke, beim Börsengang der Porsche AG in Frankfurt | picture alliance/dpa

Kurspflege beim Börsengang Banken mussten Porsche stützen

Stand: 06.10.2022 10:25 Uhr

Nach dem Börsengang der Porsche AG haben Investmentbanken mit Stützungskäufen über Hunderte Millionen Euro versucht, den Aktienkurs über dem Ausgabepreis zu halten. Inzwischen hat sich das Papier stabilisiert.

Die begleitenden Investmentbanken haben den Aktienkurs der Porsche AG an den Tagen nach dem Börsengang des Stuttgarter Sportwagenbauers massiv gestützt. Dazu kauften sie von Donnerstag bis Dienstag knapp 3,8 Millionen Porsche-Aktien für 312,8 Millionen Euro auf. Das geht aus einer Pflichtmitteilung der damit beauftragten Bank of America (BofA Securities) vom Mittwochabend hervor.

Der Börsengang wurde von den US-Investmentbanken Bank of America (BofA Securities), Citigroup, Goldman Sachs und JPMorgan organisiert. An der Platzierung beteiligt sind aber noch elf weitere Banken, darunter die Deutsche Bank, UniCredit, die Commerzbank und die LBBW. Die Bank of America ist unter den beteiligten Konsortialbanken das koordinierende Geldinstitut.

Börsengang sollte nicht als Flop wirken 

Zeitweise waren die Aktien nach dem Börsengang unter den Ausgabepreis gerutscht. Experten hatten zuvor bereits darauf hingewiesen, dass der Zeitpunkt angesichts der schwierigen Situation an den Finanzmärkten eventuell nicht optimal gewählt wurde. Es sei "nicht gerade ein Traum-Umfeld für einen Börsengang", hatte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners gesagt. Das mache es schwierig, Zeichnungsgewinne zu erzielen.

Mit Hilfe der Stützungskäufe der Banken soll der Kurs der Aktie über dem Ausgabepreis gehalten und der Kurs stabilisiert werden. Damit wird auch der Eindruck vermieden, der Börsengang sei ein Misserfolg.     

Für die Stützungskäufe, mit denen Nachfrage erzeugt und das Angebot verknappt wird, werden Aktien aus der Platzierungsreserve der Banken verwendet. Mit dem sogenannten Greenshoe kann zusätzliche Nachfrage befriedigt oder der Kurs gestützt werden. In der Folge nimmt die Volkswagen AG mit dem Verkauf der Porsche-Aktien entsprechend weniger ein als die Maximalsumme von 9,4 Milliarden Euro.

Stützungskäufe nicht mehr nötig

Insgesamt steht für die Stabilisierungsmaßnahmen in den vier Wochen nach dem Börsengang ein Greenshoe von bis zu 14,85 Millionen Aktien im Wert von 1,23 Milliarden Euro zur Verfügung. Gut ein Viertel der Stücke wurden innerhalb von vier Tagen schon zurückgekauft.

Die Bank of America erwarb dabei Porsche-Aktien zu Preisen zwischen 81,00 und dem Ausgabepreis von 82,50 Euro - im Schnitt zu 82,44 Euro. Am Montag war die Aktie der Porsche AG bis auf 81,00 Euro gefallen, seit Dienstag sind aber kaum noch Stützungskäufe nötig. Am Mittwoch beendete sie den Xetra-Handel mit 87,92 Euro 6,6 Prozent über dem Ausgabepreis.

Über dieses Thema berichteten Deutschlandfunk am 05. Oktober 2022 um 13:56 Uhr und tagesschau24 am 06. Oktober 2022 um 09:05 Uhr.