Containerschiff

Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zum Jahresende 2012 Deutsche Schwäche belastet Euro-Wirtschaft

Stand: 14.02.2013 12:17 Uhr

Die Wirtschaft des Euroraums ist zum Jahresende so stark eingebrochen wie seit fast vier Jahren nicht mehr.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 17 Ländern sank zwischen Oktober und Dezember 2012 im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent. Das war der dritte Rückgang in Folge, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte.

Im Gesamtjahr 2012 fiel das BIP um 0,5 Prozent, nachdem es 2011 noch ein Plus von 1,4 Prozent gegeben hatte. Für dieses Jahr rechnet die EU-Kommission mit einem Mini-Plus von 0,1 Prozent. Zuletzt war die Wirtschaftsleistung in den Euro-Ländern zu Jahresbeginn 2009 stärker zurückgegangen, damals um 2,8 Prozent.

Schlechte Zahlen aus Berlin, Paris und Rom

Ausschlaggebend für den Einbruch waren kräftige Abschwünge in den größten Volkswirtschaften Europas. So fiel in Deutschland die Wirtschaftsleistung Ende 2012 unerwartet deutlich um 0,6 Prozent. In Frankreich lag das Minus im Vergleich zum Vorquartal bei 0,3 Prozent, in Italien bei 0,9 Prozent. Die niederländische Wirtschaft schrumpfte um 0,2 Prozent, die österreichische sank ebenfalls um 0,2 Prozent.

Für den Einbruch in Deutschland sorgten vor allem sinkende Exporte. Außerdem investierten die Unternehmen laut Statistischem Bundesamt "deutlich weniger" in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen. Auch die Bauausgaben schrumpften, wenn auch nur geringfügig.

In den ersten drei Quartalen 2012 war die deutsche Wirtschaft jeweils gewachsen, die Dynamik ließ jedoch stetig nach: Nach plus 0,5 Prozent zum Auftakt ging das BIP-Wachstum zum Vorquartal zunächst auf 0,3 Prozent und im dritten Quartal auf 0,2 Prozent zurück.

Infografik: Wirtschaftswachstum

Infografik: Wirtschaftswachstum

Der Export rettet die Bilanz

Für das gesamte Jahr 2012 bestätigten die Statistiker einen Anstieg von 0,7 Prozent. Wichtigster Wachstumsmotor war dabei erneut der Export. Aber auch vom inländischen Konsum kamen positive Impulse.

Inzwischen dürfte das die Konjunkschwäche schon wieder überwunden sein. In seinem monatlichen Bericht zur wirtschaftlichen Lage hatte das Bundeswirtschaftsministerium Anfang der Woche geschrieben, die die Frühindikatoren deuteten auf ein absehbares Ende der aktuellen Schwächephase hin. Dennoch reduzierte die Regierung ihre Prognose für das laufende Jahr von 1,0 auf 0,4 Prozent.

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KOMMENTARE

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vanPaten 14.02.2013 • 15:51 Uhr

Hier Röslers xxl-Jubel, da steigende unkompensierte Arbeitslast

Wir sind bald nicht mehr Pabst aber dafür macht Röslers Wirtschaftsglaubensministerium weiter auf dicke Hose, sprich Wachstum. Auch bei 0,6% innerhalb Messfehlertoleranz. Von 1995-2012 im relativ gut bezahlten produzierenden Gewerbe -11% = 2,3 Mio. Beschäftigungsabbau und -17% = 10,6 Mrd. Stunden Arbeitszeitabbau macht umgerechnet ~28 Stundenwoche. (Was soll also der aktuelle Ruf nach 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich plus Mehreinstellungen für die Restzeit?) Der Produktivitätszuwachs des PG pro Erwerbstätigenstunde sinkt tendenziell bei steigender Wertschöpfung jedes Erwerbstätigen ET in dieser Zeit 2008 -3,8% / -1,2% 2009 -15,5% / -6,3% 2010 +17,7% / +10,6% 2011 +4,4% / +4,4% 2012 -2,0% / +2,0. = 93,76% / 109% zu 2007 Krisenbeginn. (109% BIP/ET) / (94% BIP/Std) = 115% Std. pro ET in 2012 im Vergleich zu 2007 bzw. umgekehrt 86,2% ET pro Arbeitsstunde bei gleicher Gesamtleistung. Entprechend krank und depressiv sind die Arbeitnehmer als Preis des (sinkenden) Wachstums.