Container im Hamburger Hafen

Langsameres Wachstum erwartet Bundesbank senkt Konjunkturprognose

Stand: 05.12.2014 10:39 Uhr

Die Bundesbank hat ihre Konjunkturprognose deutlich gesenkt. In diesem Jahr dürfte die Wirtschaft nur um 1,4 Prozent wachsen, teilte die Bank mit. Vor sechs Monaten war sie noch von 1,9 Prozent ausgegangen. Auch für 2015 und 2016 korrigierte das Institut seine Einschätzungen nach unten: Statt um zwei Prozent wachse die Wirtschaft im kommenden Jahr nur noch um ein Prozent. Sie ist damit pessimistischer als die Bundesregierung, die 1,3 Prozent vorhersagt. Für das Jahr 2016 erwarten die Bundesbank-Experten anstelle von 1,8 nur noch 1,6 Prozent Wachstum.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann äußerte sich dennoch optimistisch. Es bestehe die "begründete Hoffnung", dass sich die "aktuelle Schwächephase" als "vorübergehend" erweise, sagte er. Die Wirtschaft sei insgesamt immer noch in einer "bemerkenswert guten Verfassung".

Gute Binnenkonjunktur erwartet

Nach Einschätzung der Bundesbank wird die gute Binnenkonjunktur positive Auswirkungen haben. Ungeachtet der weltweiten Krisen kauften die Verbraucher in den vergangenen Monaten weiter kräftig ein. Die anhaltend gute Lage auf dem Arbeitsmarkt könnte das noch begünstigen: Die Bundesbank-Ökonomen erwarten spürbar steigende Löhne. Dazu werde auch der neue allgemeine Mindestlohn beitragen. Bei gleichzeitig niedriger Inflation stärkt das die Kaufkraft der Verbraucher. Die positive Lohnentwicklung würde zudem dazu führen, dass die Inflationsrate sich bis 2016 leicht auf zwei Prozent erhöhe.

Bundesbankpräsident Weidmann

Bank-Präsident Weidmann sieht die Wirtschaft in "bemerkenswert guter Verfassung".

Ölpreis als "kleines Konjunkturprogramm"

Positiv auf die heimische Wirtschaftsleistung auswirken dürften sich nach Erwartung der Bank auch die zuletzt stark gesunkenen Rohölpreise. Dies wirke "über die Entlastung der Lebenshaltungskosten der Haushalte und der Produktionskosten der Unternehmen wie ein kleines Konjunkturprogramm", erklärte Weidmann. "Verbleibt der Rohölpreis längere Zeit auf diesem gedrückten Niveau, könnte das Wirtschaftswachstum in den beiden kommenden Jahren jeweils um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte besser als erwartet ausfallen."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Dezember 2014 um 12:00 Uhr.