Die Feuerwehr löscht brennende Autos in der russischen Stadt Belgorod.
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Krieg gegen die Ukraine ++ Moskau meldet ukrainischen Angriff auf Belgorod ++

Stand: 30.12.2023 22:33 Uhr

Die ukrainische Armee soll die russische Stadt Belgorod beschossen haben - 14 Menschen sollen getötet worden sein. Polen protestiert gegen eine Verletzung seines Luftraums durch eine russische Rakete. Die Entwicklungen im Liveblog vom Samstag zum Nachlesen.

30.12.2023 • 22:33 Uhr

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Die Zahl der Toten nach dem Beschuss des Zentrums der russischen Gebietshauptstadt Belgorod hat sich laut Russlands Zivilschutzbehörde auf 18 erhöht. Unter den Opfern seien auch mehrere Kinder, teilte die Behörde auf Telegram mit. Weitere 111 Menschen seien verletzt worden. Unabhängig überprüft werden konnten die Angaben zunächst nicht.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Infolge russischer Raketenangriffe auf die ostukrainische Stadt Charkiw sind offiziellen Angaben zufolge mindestens 16 Menschen verletzt worden. Getroffen worden sei unter anderem ein Wohnhaus im Stadtzentrum, schrieb Bürgermeister Ihor Terechow am Samstagabend auf Telegram. Mehrere Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht.

Die ukrainische Luftwaffe teilte darüber hinaus mit, dass die russische Armee erneut Kampfdrohnen gestartet habe. Warnungen wurden unter anderem für die Regionen Cherson, Mykolajiw und Dnipropetrowsk herausgegeben.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

30.12.2023 • 17:39 Uhr

Russland verlangt Beweise von Polen

Russland hat eine Erklärung zu dem unbekannten Objekt verweigert, das am Freitag mehrere Minuten im polnischem Luftraum unterwegs gewesen ist. Die Vorwürfe Polens, alle Hinweise deuteten auf eine russische Rakete hin, seien haltlos, sagte der russische Geschäftsträger in Warschau Andrej Ordasch der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. "Wir werden keinerlei Erklärungen abgeben, bis uns konkrete Beweise vorgelegt werden, denn diese Anschuldigungen sind unbegründet."

Russland verlangt nach dem ukrainischen Raketenangriff auf Belgorod eine Sondersitzung des Weltsicherheitsrats. "Der Terroranschlag auf Belgorod wird Gegenstand eines Verfahrens im UN-Sicherheitsrat", sagte Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. Gleichzeitig beschuldigte sie die Europäische Union der Mittäterschaft an dem Angriff. Auch Großbritannien trage eine Mitverantwortung.

Das russische Verteidigungsministerium drohte mit "Bestrafung" für den Angriff. Dieser werde nicht "ungestraft" bleiben, erklärte das Ministerium auf Telegram. Demnach konnten die meisten gegen die Stadt gerichteten Raketen abgefangen werden.

Die polnischen Streitkräfte haben ihre Suche nach Raketenteilen erfolglos beendet. Die militärischen Aktivitäten seien am Nachmittag abgeschlossen worden, es seien keine weiteren Feldaktivitäten geplant, teilte das Armeekommando mit. Fast 500 Mitglieder der Territorialen Verteidigungskräfte hätten sich an der Aktion beteiligt.

Während der massiven russischen Luftangriffe war am Freitag ein Flugkörper drei Minuten im polnischen Luftraum registriert worden. Die Regierung in Warschau ist überzeugt, dass es sich um eine russische Rakete handelte.

Polnische Armeeangehörige suchen nach Raketentrümmern.

Die russischen Behörden sprechen nun von 14 Toten bei dem Angriff auf die Stadt Belgorod. 108 Menschen seien verletzt worden, teilte die russische Zivilschutzbehörde via Telegram mit. Die Bevölkerung von Belgorod war zwischenzeitlich dazu aufgerufen worden, sich in Schutzräume zu begeben. Anwohner beschwerten sich, dass mehrere Luftschutzräume offenbar abgesperrt und somit nicht zugänglich waren.

Präsident Wladimir Putin wies Gesundheitsminister Michail Muraschko an, mit einem Team nach Belgorod zu fliegen. Das gab Kremlsprecher Dmitri Peskow laut Agentur Interfax bekannt.

Bei Beschuss der russischen Stadt Belgorod sind nach Angaben des Katastrophenschutzministeriums zehn Menschen getötet und 45 verletzt worden. "Neun Erwachsene und ein Kind sind in Belgorod wegen Bombenangriffen der ukrainischen Armee getötet worden", teilte das russische Katastrophenschutzministerium im Onlinedienst Telegram mit. Die Behörden veröffentlichten Bilder von brennenden Autos und Gebäuden mit zerstörten Fensterscheiben.

Die russische Stadt liegt etwa 30 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Die ukrainische Seite kommentierte die Berichte bisher nicht - wie bereits in der Vergangenheit, wenn es um Angriffe auf russisches Territorium geht.

30.12.2023 • 14:33 Uhr

Wieder Strom in Kiew und Umgebung

Nach Angaben des ukrainischen Energieministeriums wurde die Stromversorgung in der Region Kiew wiederhergestellt. In den anderen Regionen, die gestern von Russland angegriffen worden waren, finden demnach noch Reparturarbeiten statt. Beides berichtet der "Kyiv Independent".

Der ehemalige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat den westlichen Verbündeten der Ukraine ein zu passive Haltung und eine schlechte Strategie vorgeworfen. Die Botschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin sollte sein, dass im Falle weiterer Angriffe gegen zivile Ziele "am nächsten Tag" Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine geliefert würden, schreibt Ischinger im Onlinedienst X. Der Westen müsse von "passiv auf aktiv" umschalten, forderte der Sicherheitsexperte.

Bei einem ukrainischen Angriff auf die russische Stadt Belgorod sind nach Angaben des dortigen Gouverneurs zwei Kinder getötet und mehrere Menschen verletzt worden. Ein Wohngebiet sei getroffen worden, hieß es weiter.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Der deutsche Generalleutnant Andreas Marlow leitet seit 14 Monaten das Ausbildungs- und Trainingskommando der EU für die Ukraine in Deutschland. Im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" spricht er über die Wünsche und Anforderungen der ukrainischen Soldaten, die Rekruten und die und Schlussfolgerungen für die Bundeswehr und andere westliche Armeen.

Nach Ansicht des britischen Verteidigungsministeriums wirken sich die russischen Verluste in der Ukraine auch mittelfristig negativ auf die Qualität der Armee aus. Russland werde vermutlich fünf bis zehn Jahre brauchen, um wieder einen Kern von gut ausgebildeten und erfahrenen Kampfeinheiten auszubilden, heißt es im Online-Dienst X.

Nach ukrainischen Angaben und der Einschätzung westlicher Militärexperten wurden bei den russischen Offensiven viele Einheiten der als besonders schlagkräftig geltenden Marineinfanterie und Fallschirmjäger eingesetzt. Diese Einheiten sollen hohe Verluste erlitten haben.

Nach Informationen des ukrainischen "Kyiv Independent" sind bei den massiven russischen Luftangriffen am Freitag insgesamt 38 Menschen getötet worden. Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, habe mitgeteilt, dass weitere vier Leichen aus Trümmern geborgen wurden. Damit steige die Opferzahl in der ukrainischen Hauptstadt auf 15.

Nach den beispiellosen russischen Luftangriffen gegen die Ukraine mit vielen Toten haben US-Experten vor weiteren heftigen Angriffen gewarnt. "Russland wird weiter großangelegte Angriffe gegen die Ukraine durchführen, um die ukrainische Moral sowie die Fähigkeit der Ukraine, ihre Kriegsanstrengungen gegen Russland aufrechtzuerhalten, zu schwächen", heißt es im täglichen Bericht des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) vom Freitagabend.

Zugleich betonten die Analysten, dass Russland nach fast zwei Jahren Angriffskrieg angesichts seiner Reserven und Produktionskapazitäten nicht in der Lage sein dürfte, regelmäßig in großem Umfang mit Raketen angreifen zu können, aber beständiger mit Drohnen.

Zur Vorbereitung auf den jüngsten verheerenden Beschuss hatten die Russen laut ISW-Analyse zuvor monatelang mit verschiedenen Kombinationen von Drohnen und Raketen experimentiert, um Schwachstellen des ukrainischen Luftverteidigungssystems herauszufinden.

Wegen der vom polnischen Militär festgestellten Verletzung des polnischen Luftraums durch eine russische Rakete hat das Außenministerium in Warschau am Freitagabend den Geschäftsträger der russischen Botschaft vorgeladen und ihm eine Protestnote übergeben. Wie das Ministerium mitteilte, wird Russland in der Protestnote zu einer "Erklärung des Vorfalls der Luftraumverletzung und der sofortigen Einstellung solcher Aktivitäten" aufgefordert.

Unterdessen nahmen nach polnischen Medienberichten mehrere Hundert Soldaten am Samstagmorgen wieder die Suche nach Raketentrümmern auf, die möglicherweise auf polnischen Boden gefallen sein könnten.

Der polnische Generalstabschef Wieslaw Kukula hatte am Freitag bekannt gegeben, dass nach Radarbeobachtungen eine russische Rakete den Luftraum des NATO-Mitglieds Polen verletzt habe. Den Angaben zufolge befand sich die Rakete etwa drei Minuten lang im polnischen Luftraum und überflog dabei 40 Kilometer.

Der älteste deutsche Verband der Pazifisten und Wehrpflichtgegner hat die Bundesregierung zum Schutz ukrainischer Kriegsdienstverweigerer aufgerufen. Solange die Ukraine das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung nicht anerkenne, dürfe Deutschland keine Geflüchtete abschieben, denen die Zwangsrekrutierung drohe, sagte der politische Geschäftsführer der "Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen" (DFG-VK), Michael Schulze von Glaßer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Vielmehr muss allen, die sich dem Krieg verweigern, Schutz gewährt werden - sowohl aus der Ukraine als insbesondere auch aus Russland."

Überdies dürften die meist jungen Geflüchteten aus der Ukraine nicht schlechter behandelt werden als andere - etwa durch Entzug des Bürgergeldes oder andere Druckmittel. "Niemand darf gezwungen werden, eine Waffe in die Hand zu nehmen und andere Menschen zu ermorden - und niemand darf gezwungen werden, sich den tödlichen Gefahren an der Front auszusetzen", mahnte der Chef des in Stuttgart ansässigen Vereins.

Die DFG-VK, die sich jahrzehntelang um die Betreuung von Kriegsdienstverweigerern in Deutschland gekümmert hat, mache sich insbesondere Sorgen darum, dass die Bundesregierung den nach Deutschland geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern aktuell nur bis März 2025 einen Schutzstatus eingeräumt habe. Denn ein Ende des Krieges sei nicht absehbar.

Das russische Militär hat Angaben aus Moskau zufolge in der Nacht zum Samstag 32 ukrainische Drohnen zerstört. Die unbemannten Flugkörper seien über den westrussischen Gebieten Brjansk, Orjol und Kursk nahe der ukrainischen Grenze sowie über dem Gebiet Moskau von der Flugabwehr abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium bei Telegram mit.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

In einer eilig einberufenen Sitzung des UN-Sicherheitsrats haben die meisten Ratsmitglieder, darunter die Vereinigten Staaten, Frankreich und Großbritannien, die groß angelegten russischen Luftangriffen auf die Ukraine verurteilt. Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja erklärte, Moskau habe nur militärische Infrastrukturen angegriffen, die ukrainischen Luftabwehrsysteme seien für die zivilen Opfer verantwortlich.

Laut Angaben des Gouverneurs der Region Brjansk im Süden Russlands sind dort sechs ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Die Drohnen seien "ein weiterer vereitelter ukrainischer Terroranschlag", sagte Gouverneur Alexander Bogomaz. Es habe keine Verletzten gegeben.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Nach dem beispiellosen Bombardement der Ukraine in der Nacht zum Freitag hat Russland Kiew die Verantwortung für die Angriffe gegeben. Das eigentliche Problem sei, dass die Ukraine ihre Luftverteidigungssysteme in Wohngebieten aufgestellt habe, sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja in einer Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrates in New York. "Würden die ukrainischen Luftverteidigungssysteme nicht eingesetzt, hätte es überhaupt keine Opfer unter der Zivilbevölkerung gegeben", sagte er weiter. 

Bei den Angriffen kurz vor dem Neujahrsfest waren mehr als 30 Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden. Die ukrainische Führung sprach von massivem "Terror" gegen die Zivilbevölkerung. Tote gab es demnach in Dnipro, Charkiw, Saporischschja, Odessa, Lwiw und in der Hauptstadt Kiew. Allein in der Hauptstadt wurden mindestens neun Menschen getötet.

Russische Flugabwehreinheiten haben nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums, 13 ukrainische Raketen über der südlichen Region Belgorod abgeschossen. Einheiten hätten "einen Versuch des Kiewer Regimes vereitelt, einen Terroranschlag zu verüben", hieß es in einer Erklärung des Ministeriums. Ein Mann sei beim Einschlag in ein Haus getötet worden, sagt Wjatscheslaw Gladkow, Gouverneur der Region Belgorod. Vier Personen werden wegen Verletzungen behandelt. Zehn Privathäuser seien beschädigt, und die Wasserversorgung in der Stadt Belgorod sei unterbrochen worden.

30.12.2023 • 00:56 Uhr

Liveblog vom Freitag zum Nachlesen

29.12.2023 • 23:46 Uhr

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. Dezember 2023 um 09:00 Uhr.