Ein Mitarbeiter hält in einem Coronatest-Labor der Limbach Gruppe PCR-Teströhrchen in den Händen.
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Coronavirus-Pandemie ++ Anteil von Omikron-Subtyp BA.2 bei 62 Prozent ++

Stand: 18.03.2022 02:54 Uhr

Der leichter übertragbare Omikron-Subtyp BA.2 ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat mit 294.931 gemeldeten Fällen binnen 24 Stunden einen Höchstwert erreicht. Die Entwicklungen im Liveblog.

18.03.2022 • 06:42 Uhr

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Italien beendet am 31. März den Corona-Ausnahmezustand und schafft die meisten Restriktionen ab. Von April an werden etwa in Hotels, im öffentlichen Personennahverkehr und in Geschäften keine 2G- oder 3G-Zertifikate - also Nachweise von Impfung, Genesung oder Tests - mehr verlangt. Das gab die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi nach einer Kabinettssitzung bekannt. Zum 1. Mai werde das in Italien "Greenpass" genannte Zertifikat auch in allen anderen Bereichen und damit komplett abgeschafft. Im den öffentlichen Innenräumen etwa von Restaurants, Sporthallen, kulturellen Einrichtungen oder Diskotheken bleibt bis dahin die 2G-Pflicht. Im Außenbereich ist dagegen kein Nachweis mehr nötig. In Flugzeugen und Langstreckenzügen gilt bis 1. Mai die 3G-Regel.

Die Zugangsbeschränkungen für Besucher öffentlicher Veranstaltungen fallen weg: Kinos, Theater, Sportstadien, Ausstellungen und Museen dürfen ab April wieder so viele Leute einlassen wie vor Corona. Die Quarantäne-Vorschriften werden fast vollständig aufgehoben: Künftig müssen sich nur noch Infizierte isolieren, Kontaktpersonen - egal ob geimpft oder nicht - dürfen ihre Wohnung jederzeit verlassen. Auch in den Schulen müssen nur noch infizierte Kinder daheim bleiben. Wie in anderen Ländern steigen auch in Italien die Corona-Zahlen an: Am Donnerstag registrierten die Behörden knapp 80.000 Neuinfektionen, landesweit wurden 128 Corona-Tote gezählt. Mehr als 91 Prozent der Italiener über zwölf Jahren sind mit mindestens einer Dosis geimpft.

Der noch leichter übertragbare Omikron-Subtyp BA.2 ist in Deutschland weiter rasch auf dem Vormarsch und mittlerweile für eine Vielzahl der Infektionen verantwortlich. Bis zum Ende der ersten Märzwoche ist der Anteil von BA.2 an einer Stichprobe auf etwa 62 Prozent gestiegen, heißt es im Corona-Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Abend. In der Woche zuvor hatte der Wert noch bei etwa 50 Prozent gelegen.

Die leichtere Übertragbarkeit von BA.2, die Rücknahme kontaktreduzierender Maßnahmen und ein verändertes Verhalten der Bevölkerung seien mutmaßlich der Grund, warum die Zahl der übermittelten Infektionen in der letzten Woche erneut deutlich angestiegen sei, schreiben die Experten. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg demnach in der Woche bis zum 13. März im Vergleich zur Vorwoche um 22 Prozent an, in allen Bundesländern bis auf Berlin waren teils deutlich steigende Fallzahlen zu verzeichnen. "Es herrscht weiterhin ein sehr hoher Infektionsdruck in der Bevölkerung", heißt es in dem RKI-Bericht. "Der weitere Verlauf der Pandemie hängt davon ab, ob sich größere Teile der Bevölkerung weiterhin verantwortungsbewusst verhalten beziehungsweise in welchem Umfang mögliche infektionsrelevante Kontakte zunehmen."

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die Corona-Politik der Ampel-Koalition im Bund kritisiert. "Ich habe im Moment das Gefühl, dass eine Partei sich partout durchsetzen will - und das ist die FDP", sagte Ramelow nach einer Schalte von Bund und Ländern. In den vergangenen zwei Jahren habe man sich bei der Ministerpräsidentenkonferenz auch mal gestritten. Aber man sei eine Verantwortungsgemeinschaft gewesen und habe Entscheidungen über Parteigrenzen hinweg getroffen. "Das war heute eine härtere Auseinandersetzung", sagte Ramelow.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat das geplante Auslaufen vieler Corona-Maßnahmen am bevorstehenden Wochenende verteidigt. Die Corona-Pandemie sei nicht vorbei, darüber sei man sich einig, sagte er in Berlin nach Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder. Aber die Lage in den Krankenhäusern entwickele sich nicht so dramatisch, wie das früher bei solch hohen Corona-Zahlen der Fall gewesen wäre. Wer geimpft und geboostert sei, könne auf einen eher milden Verlauf hoffen. "Nun treten wir auch in eine neue Phase der Pandemie ein, in der wir, wie fast alle unsere Nachbarländer auf die meisten Schutzmaßnahmen verzichten werden." Es sei klar, dass die Bundesländer sich mehr wünschten. Trotzdem sei das eine rechtliche Grundlage, auf der für die Zukunft aufgebaut werden könne, sagte Scholz mit Blick auf die entsprechenden Änderungen des Infektionsschutzgesetzes, die ab Sonntag nur noch bestimmte Corona-Maßnahmen erlauben.

Scholz bedankte sich für eine "sehr konstruktive Diskussion" während der Beratungen mit den Ländern. Die Länder kritisieren den Bund für die aktuelle Corona-Politik scharf und hatten das nach Teilnehmerangaben in den Beratungen mit Scholz auch erneut deutlich gemacht.

Bund und Länder haben sich in ihrem Spitzentreffen nicht auf den weiteren Kurs in der Corona-Politik verständigt. "Das Thema wurde erörtert", ist der einzige Satz in der gemeinsamen Erklärung zu dem Corona-Thema. Dann folgen Protokollerklärungen, in denen die Bundesländer verschiedene Aspekte der Pandemie-Politik der Ampel-Koalition kritisieren.

Die Prüfung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V für die Zulassung in der EU liegt nach Angaben der EU-Arzneimittelbehörde EMA auf Eis. Zur Zeit geschehe dort nichts, sagte der zuständige Leiter der Abteilung für klinische Studien, Fergus Sweeney, in Amsterdam. "Wir haben zur Zeit keinen Kontakt mit den russischen Instanzen." Gründe nannte er nicht. Es ist unklar, ob die Unterbrechung der Kommunikation im Zusammenhang steht mit dem Krieg in der Ukraine.

Sweeney erwartet nicht, dass das Prüfverfahren in Kürze wieder aufgenommen werde. Vor etwa einem Jahr hatte die EMA das Prüfverfahren von Sputnik V gestartet nach dem sogenannten Rolling Review-Prinzip. Dabei werden Daten von Forschungen und Tests laufend von den Experten bewertet, auch wenn noch kein offizieller Antrag auf Zulassung vorliegt. Auf diese Weise soll die Zulassung von Impfstoffen gegen Covid-19 beschleunigt werden. Die Prüfung von Sputnik V hatte sich mehrfach verzögert, da den EMA-Experten noch wichtige Daten fehlten. Der Impfstoff ist in Russland und einigen anderen Nicht-EU-Staaten zugelassen.

Parteiübergreifend haben die Länder dem Bund bei der Ministerpräsidentenkonferenz einen verantwortungslosen Alleingang in der Corona-Politik vorgeworfen. "Heute werden zwei Jahre gemeinsame Wegstrecke beendet", sagte etwa der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach Angaben von Teilnehmern bei der Videoschaltkonferenz von Bund und Ländern. Das Vorgehen des Bundes treffe die Länder ins Mark,
"die Länder, die seit Jahren hart arbeiten, um Leben zu retten".

Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) betonte den Angaben zufolge: "Einen solchen Umgang mit den Ländern hat es noch nie gegeben." Eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit stelle er sich anderes vor. Er verstehe das Vorgehen der Bundesregierung nicht. "Bisher haben wir über zwei Jahre gut zusammengearbeitet. Es gibt keine rationalen Gründe, warum es zu diesem Bruch von Seiten des Bundes kommt." Auch aus den SPD-Ländern hagelte es Kritik: "Ich halte das nicht für vertretbar", zitierten Teilnehmer Niedersachsens Landeschef Stephan Weil. Er erwarte nun, dass der Bund die Verantwortung übernehme. "Die Pandemie ist eben nicht vorbei. Das ist kein guter Weg, der hier eingeschlagen wird."

Ein halbes Lernjahr - so groß ist der Bildungsrückstand bei Kindern laut einer Studie der TU Dortmund. Die Studie unterscuhte die Lesekompetenz von 4.000 Grundschülern und macht deutlich: Der Anteil der Grundschulkinder, die Probleme beim Lesen haben, wird immer größer.

Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) die jahrelangen Fortschritte im Kampf gegen die Tuberkulose (TB) zunichte gemacht. So sei die Zahl der Todesfälle im Jahr 2020 nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder gestiegen, sagte DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm. Anlass ist der Welt-Tuberkulose-Tag am 24. März.

Die Krankheit sei die zweithäufigste infektiöse Todesursache nach Covid-19. Jeder vierte Mensch weltweit sei mit TB infiziert. Kömm verwies auf eine Vereinbarung von Regierungen und Zivilgesellschaft auf einem Sondergipfel im Jahr 2018 in New York, nach der bis 2035 die weltweiten Fälle um 90 Prozent reduziert werden sollen. Bis 2020 sollte der Rückgang 20 Prozent betragen.

"Es ist natürlich mehr als ernüchternd, dass das Zwischenziel mit nur elf Prozent noch nicht einmal ansatzweise erreicht werden konnte", so der Geschäftsführer. Umso wichtiger sei es, jetzt besonders in den Kampf gegen TB zu investieren. Dies betreffe nicht nur Forschung, Diagnostik und Logistik, sondern heiße auch, Pflege und Information auszubauen.

Chinas Präsident Xi Jinping will trotz steigender Infektionszahlen wegen der Omikron-Variante des Coronavirus an seiner Null-Covid-Strategie festhalten. Die Volksrepublik solle weiter "die Menschen und das Leben" in der Vordergrund stellen und "die Ausbreitung der Epidemie so schnell wie möglich eindämmen", sagte Xi laut dem Staatssender CCTV vor Spitzenpolitikern in Peking. Lokale Infektionsherde müssten schnell unter Kontrolle gebracht werden.

China verzeichnet derzeit vergleichsweise hohe Zahlen bei Neuansteckungen, verfolgt aber als eines der letzten Länder noch eine Null-Covid-Strategie. Umgesetzt wird sie mit strikten Maßnahmen wie Grenzschließungen, lokalen Lockdowns, strengen Quarantäne-Regeln und Massentests. Um eine Ausbreitung lokaler Infektionsherde zu verhindern, riegeln die Behörden ganze Millionenstädte ab. Zuletzt traf es die Wirtschaftsmetropole Shenzhen, mit 17,5 Millionen Einwohnern eine der größten Städte des Landes.

Der irische Premierminister Micheál Martin hat wegen eines positiven Coronavirus-Tests seine persönlichen Termine mit US-Präsident Joe Biden in Washington abgesagt. Das bilaterale Treffen soll nun online stattfinden, wie aus dem vom Weißen Haus verschickten aktualisierten Programm Bidens hervorgeht.

Martin hatte am St. Patrick's Day mehrere Termine mit Biden geplant und war am Vorabend bei einem Auftritt des US-Präsidenten in Washington anwesend. Die irische Regierung ließ mitteilen, zwei Tests anlässlich von Martins USA-Reise seien negativ ausgefallen. Am Mittwochabend sei er dann aber positiv getestet worden, nachdem bei einem Mitglied seiner Delegation eine Infektion festgestellt worden sei. Martin gehe es gut, er isoliere sich.

Im Pandemiejahr 2021 sind in vielen europäischen Städten mehr Drogen konsumiert worden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Abwassers von 75 europäischen Städten in 25 Ländern, an der die EU-Drogenbehörde (EMCDDA) beteiligt war (Englisch).

"Die Ergebnisse zeigen sowohl einen Anstieg als auch eine Ausbreitung der meisten untersuchten Substanzen, was auf ein weit verbreitetes und komplexes Drogenproblem zurückzuführen ist", sagte der Direktor der EMCDDA, Alexis Goosdeel.

Untersucht wurden den Angaben zufolge fünf Substanzen: Kokain, Amphetamin, Methamphetamin, Cannabis und MDMA, das in Ecstasy enthalten ist. Außer bei der Partydroge MDMA sei bei allen Substanzen ein Anstieg festgestellt worden. Den Rückgang beim MDMA-Konsum erklären die Forscherinnen und Forscher mit Lockdowns und dem damit an vielen Orten brachliegenden Nachtleben.

Bemerkenswert sei, dass die untersuchten Drogen gleichmäßiger in allen Studienorten nachgewiesen wurden. In früheren Untersuchungen habe es dagegen vielfältigere geografische Muster gegeben.

Allgemein, für alle ab 50 oder für niemanden: Beim Thema Corona-Impfpflicht gibt es im Bundestag eine ganze Palette an Meinungen. In der ersten Debatte argumentierten Befürworter und Gegner scharf gegeneinander.

Wer steht für was? Ein Überblick:

Der jüngste Corona-Ausbruch in China wirkt sich bereits auf die Wirtschaft aus. In mehreren Städten steht die Produktion wegen Lockdowns und strikter Maßnahmen teilweise still. Sind die Wirtschaftsziele des Landes in Gefahr?

Betroffene des Lockdowns haben nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs keinen Anspruch auf staatliche Entschädigung für Einnahmeausfälle, die über die gezahlten Corona-Hilfen hinausgeht. Geklagt hatte ein Brandenburger Gastronom, der 27.000 Euro Schadensersatz haben wollte.

Gastronomen ging während des Lockdowns vollständig der Umsatz verloren - und die Soforthilfen konnten die Einbußen nicht vollständig ausgleichen, so die Kritik aus der Branche. Nun landet der Streit erneut vor Gericht.

17.03.2022 • 04:17 Uhr

RKI meldet 294.931 Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 294.931 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 32.179 Fälle mehr als am Donnerstag vor einer Woche, als 262.752 positive Tests gemeldet wurden. Insgesamt liegt damit in Deutschland die Zahl der bestätigten Infektionen bei mehr als 17,9 Millionen.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 1651,4 von 1607,1 am Vortag. 278 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 126.420.

Die Regierungschefs und -chefinnen von Bund und Ländern treffen sich heute zu Beratungen über den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie. Zum Sonntag laufen viele der vom Bund festgelegten Corona-Schutzmaßnahmen aus. Über notwendige Beschränkungen müssen dann die Länderparlamente befinden. Beim Treffen soll es dabei um ein möglichst einheitliches Vorgehen gehen.

Vor den ersten Beratungen im Bundestag über die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht haben Ärztevertreter auf eine Einführung der Maßnahme bis zum Herbst gedrungen. "Um auch im kommenden Herbst mit möglicherweise neuen Virusvarianten eine Überlastung des Gesundheitswesens abzuwenden, ist es enorm wichtig, die allgemeine Impfpflicht zügig einzuführen", sagte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Nur dann haben wir auch die Chance, mit möglichst wenigen Einschränkungen agieren zu können", fügte Johna hinzu.

Es sei gut, dass mittlerweile immerhin knapp 60 Prozent der Bevölkerung die komplette Corona-Dreifachimpfung erhalten hätten. Dies reiche aber bei weitem nicht aus. 

Das Biotechnologieunternehmen Moderna vereinbart mit der japanischen Regierung eine Lieferung von weiteren 70 Millionen Impfdosen für Auffrischungsimpfungen. Die Bestellung soll voraussichtlich Mitte des Jahres geliefert werden. Die neue Vereinbarung erhöht die Gesamtmenge der gelieferten Vakzine des Unternehmens an Japan auf 163 Millionen Dosen.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. März 2022 um 06:30 Uhr.