Stau in Berlin | Bildquelle: dpa

Verkehrsstudie Berliner stehen am längsten im Stau

Stand: 12.02.2019 08:51 Uhr

Autofahren in deutschen Städten ist ein Zeitfresser. Vor allem in Berlin brauchen Pendler viel Geduld - dicht gefolgt von München und Hamburg. In einigen Städten hat sich die Verkehrslage aber deutlich verbessert.

Nirgendwo sonst verlieren Autofahrer mehr Zeit als in Berlin. Im vergangenen standen sie im Schnitt 154 Stunden in dichten Verkehr und Stau - umgerechnet mehr als sechs Tage. Das geht aus einer Studie des amerikanischen Verkehrsdatenanbieters INRIX hervor.

Leidgeprüft sind demnach auch die Münchner, die 140 Stunden im dichten Verkehr einbüßten. Im vergangenen Jahr belegte die bayerische Landeshauptstadt aber noch den ersten Platz des INRIX-Rankings. Auf Platz drei liegen die Hamburger Pendler mit 139 Stunden. Dahinter reihen sich Leipzig und Stuttgart mit jeweils 108 Stunden ein.

Deutsche Städte stehen im internationalen Vergleich aber noch recht gut da: Metropolen wie Rom, Paris, London und Moskau liegen deutlich über 200 Stunden. Weltweit ist die kolumbianische Hauptstadt Bogotá die Stadt mit dem höchsten Zeitverlust - insgesamt 272 Stunden für jeden Autofahrer pro Jahr.

Studie hat nur die Städte im Blick

Zu Staus gibt es unterschiedliche Statistiken. Der Autofahrerverein ADAC etwa untersucht die Staulängen auf Autobahnen. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen ist demnach am stärksten belastet. INRIX hat dagegen die Städte im Blick. Für die aktuelle Studie hat INRIX die Verkehrsdaten in mehr als 200 Städten in 38 Ländern ausgewertet.

Die Daten kommen von Autoherstellern und Verkehrsbehörden. Verglichen wird die durchschnittliche Fahrtdauer mit der schnellstmöglichen Verbindung. Anders als in den Vorjahren erfasste INRIX 2018 nicht nur die Zeit, die Autofahrer im Stau verbrachten, sondern auch die Zeit in zähfließendem Verkehr. Dadurch erhöhte sich der durchschnittliche Zeitverlust gegenüber 2017 deutlich.

Auf vergleichbarer Basis gerechnet sei die Belastung aber gesunken, betonte das Institut. So habe sich 2018 in den zehn deutschen Städten mit der höchsten Verkehrsdichte die Situation für die Autofahrer verbessert. Am besten schneiden dabei Nürnberg und Stuttgart ab. In beiden Städten hat sich der Zeitverlust für den einzelnen Autofahrer im Vergleich zu 2017 um elf Prozent verringert - also immerhin um etwa zehn Stunden pro Jahr.

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