Balkone neugebauter Sozialwohnungen | Bildquelle: picture alliance / dpa

Trotz Hilfen vom Bund Immer weniger Sozialwohnungen

Stand: 04.08.2018 08:46 Uhr

Menschen mit geringem Verdienst müssen weiter Geduld haben bei der Suche nach einer Sozialwohnung: Die Zahl der bezuschussten Wohnungen nimmt weiter ab. Für die Grünen ein nicht tragbarer Zustand.

Die Zahl der Sozialwohnungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. 2017 gab es nur noch rund 1,2 Millionen Wohnungen für Geringverdiener und damit rund 46.000 weniger als im Vorjahr. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Im Jahr 2006, als die Zuständigkeit für den sozialen Wohnungsbau vom Bund auf die Länder überging, waren es noch rund 2,1 Millionen Wohnungen. Allerdings war die Zahl schon in den Jahren zuvor gesunken - 2002 gab es noch 2,5 Millionen Sozialwohnungen in Deutschland.

Zahl der Sozialwohnungen geht weiter zurück
tagesschau 20:00 Uhr, 04.08.2018, Martin Polansky, ARD Berlin

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Die Länder bekommen Milliarden vom Bund für die Wohnraumförderung - im vergangenen Jahr waren es 1,5 Milliarden Euro. Die Regierung will die Förderung beibehalten, allerdings sollen die Mittel künftig nur noch zweckgebunden ausgezahlt werden, was bisher nicht der Fall ist. Für die dafür nötige Änderung des Grundgesetzes fehlt allerdings bisher die notwendige Zweidrittelmehrheit im Bundestag.

Grüne: "Thema muss Chefsache werden"

Die Opposition übt Kritik: Der Rückgang beim Wohnraum mit Mietpreisbindung sei "schlicht nicht hinnehmbar", sagte Chris Kühn, der wohnungspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, der dpa. Die Bundesregierung sei nicht in der Lage, die Negativspirale zu stoppen. "Der soziale und bezahlbare Mietwohnungsbau muss die Top-Priorität beim angekündigten Baugipfel sein", sagte Kühn. Kanzlerin Angela Merkel müsse ihn zur "Chefsache" machen.

Neubau in Köln (Archiv) | Bildquelle: dpa
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Wohnraum ist in Deutschland knapp - besonders in den großen Städten.

Nach Schätzung von Immobilienverbänden müssten in Deutschland pro Jahr 350.000 bis 400.000 neue Wohnungen entstehen, um den Bedarf zu decken, davon rund 80.000 Sozialwohnungen. Im Jahr 2016 entstanden aber nur 24.550 neue Sozialwohnungen, 2017 lag die Zahl der Neubauten bei 26.231. Das waren zwar deutlich mehr als in den Vorjahren - doch in derselben Zeit fielen mehr staatlich bezuschusste Wohnungen aus der Mietpreisbremse, als neu gebaut wurden. Das geschieht etwa, wenn der Bauherr seinen geförderten Kredit abbezahlt hat.

Auch die Verteilung der Sozialwohnungen über die Bundesländer ist sehr unterschiedlich. Mit Abstand am meisten erschwinglichen Wohnraum gab es 2017 in Nordrhein-Westfalen - 461.251 Wohnungen. Das Saarland, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern hingegen bilden die Schlusslichter.

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