Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Menschen mit Mund-Nasen-Schutz gehen durch eine Fußgängerzone. | dpa

Nach Ostern RKI prognostiziert Inzidenz von 300

Stand: 13.03.2021 13:53 Uhr

Die britische Corona-Mutante B.1.1.7. verbreitet sich immer weiter, laut RKI macht sie inzwischen gut 50 Prozent aus. Für das weitere Infektionsgeschehen bedeutet das: Nach Ostern könnten die Fallzahlen über das Niveau von Weihnachten steigen.

In der Corona-Krise erwartet das Robert Koch-Institut (RKI) einen neuen deutlichen Ausbreitungsschub des Virus in den kommenden Wochen. So rechnen die RKI-Experten damit, dass die Zahl der Neuinfektionen an Ostern wieder über 30.000 liegen könnte. "Die Extrapolation der Trends zeigt, dass mit Fallzahlen über dem Niveau von Weihnachten ab KW 14 zu rechnen ist", heißt es im aktuellen Lagebericht des Instituts.

Die 14. Kalenderwoche startet am Ostermontag. Laut einer im Lagebericht veröffentlichten Hochrechnung könnte die Inzidenz dann auf 300 und in der darauffolgenden Woche (KW 15) auf 350 steigen. Die Spanne möglicher Inzidenzwerte wird dabei auf zwischen 200 und 500 prognostiziert.

Am 24. Dezember hatte das RKI 32.195 Neuinfektionen bekanntgegeben. Der Höchstwert lag Ende Dezember bei fast 50.000 neuen Fällen.

Starke Ausbreitung von Virus-Variante

Das Institut beobachtet insbesondere eine starke Ausbreitung der zuerst in Großbritannien festgestellten Virus-Variante B.1.1.7, die als ansteckender gilt und nach RKI-Angaben "vermutlich etwas schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Varianten". Allerdings fügen die Fachleute hinzu: "Hinweise auf eine substanziell verringerte Wirksamkeit der zugelassenen Impfstoffe gegen die Variante B.1.1.7 gibt es bislang nicht." In dem Bericht heißt es weiter: "Die so ermittelten wöchentlichen Fallzahlen von B.1.1.7 zeigen eine sehr gleichmäßige Wachstumsrate und haben sich in der Zeit von Mitte Januar bis Anfang März etwa alle 12 Tage verdoppelt."

Daher werde erwartet, dass die Sieben-Tage-Inzidenz nun einen "deutlich steileren Anstieg zeigen wird". Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Laut Lagebericht liegt der Wert aktuell bei 76,1, was einen deutlichen Zuwachs gegenüber gestern (72,4) bedeutet. Die Zahl der Neuinfektionen wurde mit 12.674 angegeben. Das sind 3000 mehr als vor einer Woche, als es 9557 waren. 239 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19.

Bund und Länder hatten Anfang des Monats eine Kehrtwende in der Corona-Politik beschlossen. Demnach sollen anders als bisher die vorgesehen Lockerungen der Kontakteinschränkungen nicht mehr an eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35 geknüpft werden. Stattdessen wurde ein Stufenplan beschlossen, der Öffnungen schon bei einer Inzidenz unter 50 und sogar unter 100 vorsieht. RKI-Chef Lothar Wieler hatte am Freitag von einer weiterhin "angespannten" Lage gesprochen. Es gehe darum, dass die dritte Welle "möglichst flach" ablaufe, sagte er.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. März 2021 um 14:00 Uhr.