Logo der WHO | Bildquelle: dpa

Gesundheitsnotstand Was die WHO-Erklärung bedeutet

Stand: 30.01.2020 21:49 Uhr

Die WHO hat die Coronavirus-Epidemie zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Eine solche Krisenmaßnahme hat die Organisation bereits in anderen Fällen ausgerufen. Aber was bedeutet das eigentlich?

Nach einer Krisensitzung zum Coronavirus hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen. Diese Maßnahme kann sie ergreifen, wenn eine Seuche mehrere Länder bedroht und eine koordinierte internationale Antwort erforderlich ist. Darauf haben sich die WHO-Mitgliedsländer 2005 geeinigt.

Coronavirus: WHO ruft internationalen Gesundheitsnotstand aus
tagesschau 12:00 Uhr, 31.01.2020, Hubertus-Carlo Schorn, BR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Ob ein neu entdecktes Virus eine "Notlage von internationaler Tragweite" ist, entscheidet die WHO nach Absprache mit Experten. Bei einer Notlage - auch Gesundheitsnotstand genannt - handelt es sich um eine "außergewöhnliche Situation, die mit einer erheblichen überregionalen oder potenziell globalen Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung assoziiert ist", wie das Robert Koch-Institut erklärt.

Im Fall des Coronavirus hat die WHO die Notlage vergangene Woche unter anderem deshalb nicht erklärt, weil zu dem Zeitpunkt im Ausland nur Menschen erkrankt waren, die aus der betroffenen Region in China kamen. Seitdem haben sich aber Menschen auch ohne Aufenthalt in China im Ausland angesteckt, etwa in Bayern, Vietnam und in Japan.

Empfehlungen an die Länder

Verbunden mit der Erklärung einer Notlage sind Empfehlungen, wie Länder sich schützen und eine Ausbreitung des Virus verhindern können. Bei einer Notlage sind die WHO-Mitglieder verpflichtet, ihre Maßnahmen zu koordinieren. "Wenn jedes Land seine eigenen Maßnahmen verhängt, kann das das Rezept für ein Desaster sein, etwa wirtschaftlich", sagt der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan.

Reform geplant

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus will das Notlage-Konzept reformieren. Ihm schwebt eine Art Ampel vor. Dann könnte die WHO zum Beispiel bei sich entwickelnden Bedrohungen mit Gelb eine Vorwarnung geben und Länder damit in Alarmbereitschaft versetzen und zu Absprachen über koordinierte Maßnahmen drängen, bevor eine Notlage erklärt wird.

Die bisherigen Fälle

In der Vergangenheit hat die WHO fünf Mal die Gesundheitsnotalge ausgerufen:

Im Jahr 2019 nach den Ebola-Fällen in der Grenzregion des Kongo. Die lebensgefährliche Krankheit ist auch nach über einem Jahr Einsatz von medizinischen Fachkräften noch nicht gestoppt.

Allein in Brasilien sollen sich 2016 mehr als eine Million Menschen mit Zika infiziert haben. Eine Infektion mit dem vor mehr als 70 Jahren erstmals in Uganda entdeckten Virus kann bei Neugeborenen zu Schädelmissbildungen führen.

Beim bisher folgenschwersten Ausbruch von Ebola-Fieber 2014 in Westafrika erkrankten mehr als 28.000 Menschen, über 11.000 starben. Vor allem Guinea, Liberia und Sierra Leone waren betroffen.

Im selben Jahr wurde der Notfall wegen der Kinderlähmung Polio ausgerufen. Er dauert - anders als die anderen, die die WHO nach der Eindämmung aufhob - bis heute an. Eine Übertragung der Polio-Erreger gab es 2018 und 2019 nur in Afghanistan und Pakistan.

2009 verursachte der neuartige H1N1-Subtyp eine Grippe-Epidemie mit etlichen Todesfällen. Ihren Ursprung hat die Schweinegrippe in Mexiko. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass damals in Deutschland rund 350 Menschen wegen der Pandemie starben. Heute ist die Schweinegrippe Teil der saisonalen Grippe, für die es Impfungen gibt.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 30. Januar 2020 um 22:15 Uhr.

Darstellung: