Hintergrund

SARS-Pandemie 2013: Chinesisches medizinisches Personal kontrolliert die Temperatur der Menschen. (Archivbild: Mai 2003) | Bildquelle: imago images/Hans Lucas

Epidemie 2002/2003 SARS - ein weltweit tödlicher Virus

Stand: 30.01.2020 10:51 Uhr

Das neuartige Coronavirus ähnelt dem SARS-Virus, das 2002 und 2003 eine Pandemie auslöste. Beide Infektionskrankheiten haben ihren Ursprung in China. Durch das SARS-Virus starben weltweit fast 800 Menschen.

Erstmals im November 2002 wurde in der chinesischen Provinz Guangdong das schwere akute Atemwegssyndroms (SARS) beobachtet. Während der SARS-Epidemie in den Jahren 2002 und 2003 starben mehr als 800 Menschen weltweit durch die Vireninfektion. Im Frühjahr 2003 stufte die Weltgesundheitsorganisation SARS als weltweite Bedrohung ein. Verbreitet hatte sich das Virus in anderen Ländern über Passagiere von Interkontinentalflügen.

Die chinesische Regierung erließ bei Ausbruch der SARS-Epidemie Beschränkungen für die örtliche Presse und zensierte Berichte über die Krankheit. Erst am 10. Februar 2003 informierte China die WHO über die Vorkommnisse und meldete 305 Infektionen und fünf Todesfälle.

Erreger mit bekannten Erkältungsviren verwandt

Der SARS-Erreger stammt aus derselben Virusfamilie wie das neuartige Coronavirus. Von der Provinz Guangdong verbreitete sich SARS binnen weniger Wochen über nahezu alle Kontinente und forderte laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) innerhalb eines halben Jahres 774 Menschenleben, davon 45 außerhalb Asiens.

Wie die neue Coronainfektion beginnt auch SARS ähnlich wie eine schwere Erkältung: Atembeschwerden, hohes Fieber (über 38 Grad), Kopfschmerzen, Hals- und Muskelschmerzen, im späteren Verlauf möglicherweise Lungenentzündung.

Auch der SARS-Erreger war ein zuvor unbekanntes Virus aus der Familie der Coronaviren. Diese Virenfamilie verursacht ein Viertel bis ein Drittel aller Erkältungskrankheiten.

Die Inkubationszeit des SARS-Virus beträgt etwa zwei bis sieben Tage. Da es sich um eine Tröpfcheninfektion handelt, ist es nur bei einem direkten und nahen Kontakt zu einem Erkrankten mit Ansteckung zu rechnen. Ursprünglich wurde angenommen, dass das Virus an der Luft nicht sehr resistent sei. Doch laut Fachleuten überlebt es bis zu 24 Stunden außerhalb des menschlichen Körpers. 

Diagnostischer Test entwickelt - keine Therapie

Zwei Tage nach Identifizierung des Virus gelang es dem Bernhard-Nocht-Institut, einen diagnostischen Test zu entwickeln, der inzwischen weltweit eingesetzt wird. Eine Behandlungsmaßnahmen gibt es jedoch noch nicht. An der Entwicklung eines Impfstoffes wird gearbeitet.

Warum das Virus so plötzlich auftrat, ist noch nicht bekannt. Forscher vermuten, dass ein bei Tieren harmloses Virus durch die Übertragung auf Menschen und die darauf folgende Mutation so gefährlich geworden sei.

Coronaviren wurden zuvor unter anderem in Hühnern, Mäusen, Rindern, Schweinen, Hunden und Katzen gefunden. Ihre Erbsubstanz besteht aus Ribonukleinsäure (RNA), einer chemischen Abart der bei Pflanzen und Tieren üblichen DNA (Desoxy-Ribonukleinsäure). Auch die Erreger von Grippe und Aids sind RNA-Viren.

Ende der Pandemie 2004

Im Sommer 2003 ging die Zahl der Neuinfizierten weltweit beständig zurück. Es gab nur noch Einzelfälle, die schnell erkannt werden konnten. Zu diesen wenigen letzten Infektionen kam es in China und auf den Philippinen. Nach langer Wartezeit und zahlreichen Tests erklärte die WHO am 19. Mai 2004 das Ende der Pandemie, da sie auch in China besiegt sei.

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