Polizisten am Flughafen von Frankfurt | dpa

Einreisestopp wegen Corona Tausende Passagiere müssen zurück

Stand: 18.03.2020 16:16 Uhr

Polizisten kontrollieren die ankommenden Passagiere am Frankfurter Flughafen. Für Nicht-EU-Bürger ist in den meisten Fällen hier Schluss. Es werden Tausende sein, die wegen des Einreisestopps nun zurückfliegen müssen.

Wer nicht Bürger eines EU-Staates ist, darf im Regelfall in den nächsten 30 Tagen nicht mehr in EU-Länder einreisen. Die Bundesregierung hat beschlossenen, diese neue Regelung sofort umzusetzen. Die Konsequenzen sind unmittelbar spürbar.

So werden am größten deutschen Flughafen Frankfurt am Main im Tagesverlauf etwa 100 Maschinen erwartet, die von einem Abflugort außerhalb der EU gestartet sind - beispielsweise Johannesburg, Toronto oder Abu Dhabi. Allein bis 8.00 Uhr seien etwa 5000 Menschen eingetroffen, die alle kontrolliert werden mussten, sagte Reza Ahmari, Sprecher der Bundespolizei im ARD-Morgenmagazin.

Keine Einreise für bis zu 30 Passagiere pro Flugzeug

Wer nicht EU-Bürger ist, muss zurückfliegen. Das könnten 20 bis 30 Menschen pro Flugzeug sein, so Ahmari. Bis zu ihrem Rückflug dürfen sie sich im Transitbereich aufhalten, wo sie sich auch versorgen können. Es wird davon ausgegangenen, dass Tausende Reisende von dem Einreisestopp betroffen sind.

Nach Angaben des Sprechers bedeuteten die Kontrollen zwar einen erhöhten Arbeitsaufwand. Aber sie seien leistbar, weil der Flugverkehr sich bereits sehr reduziert hat.

Wenige Ausnahmen

Die neue Regelung lässt nur wenige Ausnahmen zu: So dürfen Drittstaatangehörige mit längerfristigem Aufenthaltsrecht in einen EU-Staat einreisen. Wer einen dringenden Einreisegrund hat - beispielsweise eine Beerdigung oder einen Gerichtstermin - muss dafür die entsprechenden Nachweise mitführen.

Die Durchreise durch Deutschland ist weiterhin für Staatsangehörige von EU-Staaten und ihren Angehörige sowie für Bürger aus Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz erlaubt.

Das EU-Einreisverbot ist am Dienstag bei einer Videokonferenz aller Staaten der Allianz beschlossen worden. Einen EU-weit festgelegten Termin für die Umsetzung des Einreiseverbots gibt es aber nicht. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass dies Sache der einzelnen Mitgliedstaaten sei.

Das Bundesinnenministerium verwies darauf, dass die Anordnung für Deutschland für alle Flüge und Schiffsreisen gilt, die ihren Ausgangspunkt außerhalb der Europäischen Union haben.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 18. März 2020 um 07:38 Uhr.