Das britische Prinzenpaar William und Kate sowie das belgische Königspaar in Ypern | Bildquelle: dpa

Zeremonie in Flandern Gemeinsames Gedenken an Hunderttausende

Stand: 31.07.2017 05:48 Uhr

Die sogenannte Dritte Flandernschlacht steht für den Schrecken und die Sinnlosigkeit von Krieg - und für das Versagen der Diplomatie. Dort, wo vor 100 Jahren Hunderttausende Soldaten starben, versammeln sich heute Vertreter der früheren Gegner zum gemeinsamen Gedenken.

In der belgischen Stadt Ypern haben am Sonntagabend die Feiern zum Gedenken an eine der blutigsten Schlachten des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren begonnen. Der britische Prinz William und Belgiens König Philippe legten am Menin-Tor in Ypern Kränze nieder. Die Gedenkstätte soll an die Hunderttausenden Toten der dreimonatigen sogenannten Dritten Flandernschlacht erinnern, die am 31. Juli 1917 begonnen hatte. Rund 200 Nachkommen der Kämpfer von damals waren zu der Zeremonie geladen.

"Mitglieder unserer Familien, unserer Regimenter, unserer Nationen - sie haben alles geopfert für das Leben, das wir heute leben können", sagte Prinz William. "Hundert Jahre später stehen wir immer noch Seite an Seite in Erinnerung an diese Opfer."

Auf einem Soldatenfriedhof nahe Ypern ist heute eine große Gedenkzeremonie mit Vertretern der früheren Kriegsgegner geplant. Deutschland wird auf der Feier von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel vertreten. Vor der Abreise nach Belgien erklärte Gabriel, die Flandernschlacht stehe "für das sinnlose Grauen des Kriegs". Wenn nun der Hunderttausenden toter Soldaten gedacht werde, "die in wenigen Monaten in den Schützengräben Flanderns regelrecht zermalmt wurden, ist die gemeinsame Botschaft das 'Nie wieder'." Nie wieder dürfe Diplomatie so versagen wie 1914.

Ypern
galerie

Das kriegszerstörte Ypern

Heute gelte mehr denn je: "Europa ist ein Friedensprojekt. Europa ist unsere Zukunft. Nur geeint kann es uns gelingen, unsere Interessen zu wahren und unsere Werte zu verteidigen."

Hunderttausende Tote

Die Schlacht bei Ypern wurde zu einem Inbegriff der Sinnlosigkeit von Krieg: Trotz der enormen Verluste endete die Schlacht ohne nennenswerte Durchbrüche, die Frontlinie verschob sich nur minimal. Die britische Armee hatte in der Schlacht mehr als 250.000 Tote zu beklagen, auf deutscher Seite starben mehr als 40.000 Menschen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Juli 2017 um 09:00 Uhr.

Darstellung: