Charlie Whiting | Bildquelle: imago/LAT Photographic

Charlie Whiting gestorben Trauer um Formel-1-Renndirektor

Stand: 14.03.2019 09:13 Uhr

Formel-1-Renndirektor Whiting ist tot. Laut dem Weltverband FIA starb er drei Tage vor dem Saisonauftakt in Melbourne im Alter von 66 Jahren an einer Lungenembolie. Whiting war eine zentrale Figur in der Rennserie.

Die Formel 1 trauert um eine ihrer zentralen Figuren. Renndirektor Charlie Whiting ist im Alter von 66 Jahren gestorben, wie der Motorsport-Weltverband FIA mitteilte. Todesursache sei eine Lungenembolie gewesen. Noch am Tag vor seinem Tod war Whiting in Australien im Fahrerlager gewesen und hatte die Vorbereitungen auf das Auftaktrennen überwacht, das am Sonntag stattfindet.

"Die Formel 1 hat in Charlie einen treuen Freund und charismatischen Botschafter verloren", sagte FIA-Präsident Jean Todt. Formel-1-Sportchef Ross Brawn reagierte tief betroffen auf die Nachricht vom Tod seines Freundes: "Das ist nicht nur für mich ein großer Verlust, sondern für die ganze Formel-1-Familie, die FIA und den gesamten Motorsport."

Penibler Regelwächter

Whiting hatte seine Motorsport-Karriere als Mechaniker begonnen. Gemeinsam mit seinem Bruder Nick arbeitete er von 1977 an in der Formel 1 beim Hesketh-Rennstall. Später wechselte er zu Bernie Ecclestones Brabham-Team und wurde dort Cheftechniker.

1988 trat er einen Job als Technischer Delegierter beim Weltverband an und machte sich einen Namen als penibler Regelwächter. Fernsehzuschauern wurde Whiting vor allem dadurch bekannt, dass er via Signalanlage den Start zu jedem Rennen vollzog. Seit 1997 war er als Renndirektor für den organisatorischen Ablauf aller Grand Prix, die Sicherheit und die Klärung technischer Streitfragen verantwortlich.

"Viele Jahre Stimme der Vernunft"

Die Rennställe und Piloten zeigten sich in tiefer Trauer und würdigten die wichtige Rolle Whitings in der Rennserie. "Charlie hat eine Schlüsselrolle in diesem Sport gespielt, er war als Renndirektor für viele Jahre der Schiedsrichter und die Stimme der Vernunft", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Der Renault-Rennstall sah in Whiting "einen der Eckpfeiler und Anführer unseres Sports", Williams nannte ihn "eine wahre Legende". Mercedes-Pilot Valtteri Bottas nahm die Nachricht schockiert auf. "Er hat so viel für den Sport getan, den wir lieben", twitterte der Finne. Haas-Fahrer Romain Grosjean lobte: "Er hat den Fahrern immer zugehört und für unsere Sicherheit gesorgt."

Wer als Nachfolger von Whiting den Grand Prix in Australien leitet, ist noch nicht bekannt. Sein Stellvertreter war zuletzt der Amerikaner Scot Elkins.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. März 2019 um 06:00 Uhr.

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