Klaus Iohannis | Bildquelle: REUTERS

Präsidentenwahl in Rumänien Amtsinhaber Iohannis siegesgewiss

Stand: 24.11.2019 03:01 Uhr

In einer Stichwahl bestimmen die Rumänen einen neuen Präsidenten. Ex-Regierungschefin Dancila von den skandalgebeutelten Sozialdemokraten tritt gegen Amtsinhaber Iohannis an. Der scheint sich seiner Sache sicher.

Von Srdjan Govedarica, ARD-Studio Wien

"Wählt mich, sonst wird es eine von der Vorgängerregierung" - diese Kernbotschaft seines Wahlkampfs präsentiert Amtsinhaber Klaus Iohannis auch auf den letzten Wahlkampfmetern. "Die Sozialdemokratische Partei hat häufiger ihre Masken gewechselt, aber niemals ihren üblen Charakter. Darum muss die PSD gleich für mehrere Jahre in die Opposition gehen!"

Applaus ist Iohannis beim Wahlkampfauftritt in der Hafenstadt Galti sicher, denn er spricht vor Mitgliedern und Unterstützern der national-liberalen PLN - der Partei, die ihn zur Wahl aufgestellt hat: "Wir müssen so deutlich wählen, dass die PSD erst nach vielen, vielen Jahren zurückkehrt. Und in der Zwischenzeit werden wir dieses Land auf die Beine bringen!"

Stichwahl um das Präsidentenamt in Rumänien
tagesschau 17:15 Uhr, 24.11.2019, Michael Mandlik, ARD Wien

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Iohannis verweigert TV-Duell

Der 60-jährige Iohannis hat einen Wahlkampf hinter sich, der ihm nach allen Regeln der Kunst eigentlich hätte schaden müssen. Mit rumänischen Journalisten sprach er während des gesamten Wahlkampfes so gut wie nicht, und wenn, dann von oben herab. Ebenso wenig stellte er sich - wie in Präsidentschaftwahlkämpfen eigentlich üblich - seinen Herausforderern in Fernsehdebatten.

Und dennoch geht Iohannis als haushoher Favorit in diese Stichwahl und wird aller Voraussicht nach seine zweite Amtszeit als Staatspräsident antreten. Ein scheinbarer Widerspruch, der sich leicht erklären lasse, sagt Ioana Ene Dogiogu, prominente Kolumnistin der unabhängigen Plattform Ziare.com:

"Wenn man den Diskurs in den sozialen Netzwerken verfolgt, wird man kaum jemanden finde, der schreibt: 'Ich bin für Iohannis, weil er so wahnsinnig gut ist.' Die meisten rufen: 'Gott bewahre uns davor, dass dieses Land in die Hände von jemand wie Viorica Dancila gerät!' Darum auf zur Wahl."

Iohannis - ein "Vollstrecker Brüssels"

Die ehemalige Ministerpräsidentin und Iohannis-Herausforderin Dancila verkörpert aus Sicht vieler Iohannis-Wähler eine Ära, die sie am liebsten so schnell wie möglich hinter sich lassen würden. Die Ära der ehemaligen, sozialdemokratisch geführten PSD-Regierung, die jahrelang den Kampf gegen Korruption und Amtsmissbrauch immer weiter eingeschränkt hatte und in einen massiven Konflikt mit der EU-Kommission geraten war.

Dem Pro-Europäer Iohannis wirft Dancila im Wahlkampf vor, willfähriger Vollstrecker der Interessen Brüssels zu sein. Und im Gegensatz zu ihr - kein echter Rumäne: "Ich gehe nicht ins Ausland, um dort jenseits der Landesgrenzen Rechenschaft abzulegen. Wenn ich ins Ausland gehe, dann nur um für Rumänien zu kämpfen, um für die Interessen der Rumänen zu streiten."

Liberale Doppelspitze möglich

Doch Dancilas Chancen, die Rumänen als Präsidentin zu vertreten, stehen schlecht. Bereits in der ersten Runde der Wahl vor zwei Wochen kam sie nur auf 22,2 Prozent der Stimmen. Iohannis hingegen lockt mit dem Versprechen einer echten Zeitenwende. Sollte er wie erwartet wiedergewählt werden, hätte das Land zum ersten Mal seit 1992 eine liberale Doppelspitze. Denn der frischgewählte Ministerpräsident Ludovic Orban ist Vorsitzender der PNL, der Iohannis als ehemaliger Parteichef nahesteht: "Wenn wir es richtig anpacken, haben wir die bisher nie dagewesene Chance: einen Präsidenten aus der National-Liberalen Partei - also mich - und eine liberale Regierung! Das ist fantastisch!"

Stichwahl um Präsidentenamt in Rumänien
Srdjan Govedarica, ARD Wien
24.11.2019 08:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. November 2019 um 04:00 Uhr.

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