Venezuelas Präsident Maduro | Bildquelle: AFP

Nach Massenprotesten Venezuela gibt Bargeld wieder frei

Stand: 28.12.2016 14:53 Uhr

Wegen massiver Proteste und Plünderungen hat Venezuelas Präsident Maduro zunächst für ungültig erklärte Geldscheine wieder freigegeben. Mit dem Beschluss bleibt die tags zuvor wertlos gewordene Banknote in Wert von 100 Bolívar nun doch bis zum 2. Januar nutzbar.

Nach gewaltsamen Protesten behält die wichtigste Banknote Venezuelas zunächst ihre Gültigkeit. Präsident Nicolas Maduro gab den 100-Bolivar-Schein bis zum 2. Januar wieder frei. Seine überraschende Ankündigung, den Schein diese Woche aus dem Verkehr zu ziehen bevor neue größere Banknoten im Umlauf waren, hatte zu Bargeldengpässen und infolge dessen zu Plünderungen geführt. Dabei wurde mindestens ein Mensch getötet.

Etwa 40 Prozent der Venezolaner verfügen über kein Bankkonto. Sie können daher keine elektronischen Transaktionen vornehmen und sind auf Bargeld angewiesen. Der aktuelle Engpass führt dazu, dass sie weder Nahrungsmittel noch Benzin, geschweige denn Weihnachtsgeschenke einkaufen können.

Offiziell ist der 100-Bolivar-Schein seit Donnerstag nicht mehr gültig. Seine Abschaffung bezeichnete Maduro als notwendigen Schritt im Kampf gegen Mafia-Banden an der Grenze zu Kolumbien, die Bolivars massenhaft horteten. Kritiker argumentieren, mögliche Gangster würden ihren Wohlstand wohl kaum in einer Währung halten, die weltweit derzeit am schnellsten an Wert verliert. 100 Bolivar sind derzeit etwa 9,60 Euro wert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Dezember 2016 um 11:30 Uhr.

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