Anthony Scaramucci, Kommunikationschef des US-Präsidenten Donald Trump | Bildquelle: AP

Scaramucci beleidigt Priebus Krieg der Worte in Trumps Team

Stand: 28.07.2017 06:13 Uhr

Mit Beleidigungen hat der neue Kommunikationschef im Weißen Haus, Scaramucci, Stabschef Priebus attackiert. In einem Telefonat soll er Priebus als "paranoiden Schizophrenen" bezeichnet haben. Das ist nicht der einzige Machtkampf im Weißen Haus.

Der neue Kommunikationschef von US-Präsident Donald Trump, Anthony Scaramucci, hat derb gegen hochrangige Kollegen im Weißen Haus ausgeteilt. Das geht aus einer Mitschrift eines Telefonats hervor, die die Zeitschrift "New Yorker" veröffentlichte.

In dem Gespräch mit einem Reporter sagte Scaramucci demnach, Trumps Stabschef Reince Priebus sei ein "verdammter paranoider Schizophrener". Den Chefstrategen Steve Bannon überzog er mit nicht jugendfreien, unflätigen Schmähungen. Scaramucci warf Priebus das Durchstechen von Informationen an die Presse vor und äußerte die Einschätzung, dass er bald zurücktreten werde. Zudem drohte er erneut damit, alle Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung hinauszuwerfen, die nicht mit seinem Kurs einverstanden seien.

Reince Priebus. | Bildquelle: REUTERS
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Vom Kollegen Scaramucci heftig attackiert: Trumps Stabschef Priebus.

Nur für Erwachsene

Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte, Scaramucci habe in dem Gespräch mit dem "New Yorker" einige "schlüpfrige" Wörter benutzt. "Ich glaube nicht, dass er es wieder tun wird", fügte sie hinzu. Der Kommunikationschef selbst gelobte nach der Veröffentlichung seiner Tirade Besserung: "Ich werde mich künftig zurückhalten", schrieb er auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter.

Anthony Scaramucci @Scaramucci
I sometimes use colorful language. I will refrain in this arena but not give up the passionate fight for @realDonaldTrump's agenda. #MAGA

Scaramucci hatte sein neues Amt als Kommunikationschef des Weißen Hauses vor einer Woche angetreten. Aus Protest gegen seine Ernennung trat Trumps bisheriger Pressesprecher Sean Spicer zurück, der in den vergangenen Monaten mit diversen Patzern für Aufsehen gesorgt hatte.

Zunehmender Machtkampf

Der öffentlich ausgetragene Streit wird von Beobachtern als Zeichen für einen zunehmenden Machtkampf im Weißen Haus gewertet. Scaramucci hatte schon mehrfach seine Differenzen mit Priebus öffentlich gemacht und ihre Beziehung mit der von Kain und Abel verglichen. Am Ende der biblischen Geschichte ermordet Kain den Abel. "Ich weiß nicht, ob das zu reparieren ist - das hängt vom Präsidenten ab", sagte Scaramucci über seine Probleme mit Priebus.

Der Stabschef und auch Chefstratege Bannon hatten sich dagegen ausgesprochen, dass Trump Scaramucci anheuerte. Nach dem Rücktritt von Pressesprecher Sean Spicer und der Entlassung eines weiteren Vertrauten von Priebus im Kommunikationsteam des Weißen Hauses am Mittwoch gilt mittlerweile der Stabschef als Wackelkandidat in Trumps Regierungsmannschaft.

Unterstützung für Sessions

Derweil stellte sich der einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham in einem Interview hinter Justizminister Jeff Sessions. Dieser war zuvor mehrmals öffentlich von Präsident Trump kritisiert worden. Wenn Sessions gefeuert werde, werde dies einen sehr hohen Preis kosten.

Der Senat sei alles andere als angetan von Trumps Versuchen, Sessions zu beleidigen und kleinzumachen. "Wenn Sessions entlassen wird, kann Trump sich auf was gefasst machen", sagte Graham.

Ex-Senator Sessions ist einer der frühen und loyalsten Unterstützer Trumps. Der Präsident kann Sessions allerdings nicht verzeihen, dass dieser sich wegen Befangenheit aus den Russland-Ermittlungen zurückgezogen hat. Mit seiner Strategie der öffentlichen Demütigung dürfte Trump das Ziel verfolgen, Sessions zum Rücktritt zu drängen, um so mit einem Nachfolger freie Hand für die Entlassung von FBI-Sonderermittler Robert Mueller zu haben.

Robert Mueller | Bildquelle: REUTERS
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FBI-Sonderermittler Mueller leitet die Untersuchung der Russland-Affäre.

Gesetz gegen Muellers Entlassung in Arbeit

Um eine Entlassung Muellers zu verhindern, arbeitet der Republikaner Graham gemeinsam mit den beiden demokratischen Senatoren Sheldon Whitehouse und Richard Blumenthal an einem Gesetz, das eine Absetzung des Sonderermittlers verhindern soll. Der Gesetzentwurf, der im Justizausschuss des Senats ausgearbeitet wird, soll festlegen, dass Sonderermittler nur nach einer richterlichen Überprüfung entlassen werden können.

Mueller untersucht in der Russlandaffäre eine mögliche Verstrickung Trumps oder seines Teams in eine etwaige Beeinflussung der US-Wahl durch Moskau. Er war nach der Entlassung von FBI-Chef James Comey eingesetzt worden. Berichten zufolge nimmt Mueller nun mehr und mehr auch Trumps privates und geschäftliches Umfeld unter die Lupe.

Eine Woche mit Präsident Trump
Morgenmagazin, 28.07.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Juli 2017 um 10:00 Uhr.

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