Rex Tillerson | Bildquelle: AFP

Künftiges US-Kabinett Trump macht Tillerson zum Außenminister

Stand: 13.12.2016 13:03 Uhr

Nun ist es offiziell: Rex Tillerson, der Chef des größten amerikanischen Energiekonzerns ExxonMobil, wird neuer US-Außenminister. Das bestätigte Trump. Tillerson hat bislang keinerlei politische Erfahrung - dafür aber gute Beziehungen zu Russland.

Der designierte US-Präsident Donald Trump will den Chef des Energiekonzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, zum künftigen Außenminister der USA machen. Trump verkündete in einer Erklärung die Nominierung des Industriellen, der seit 2004 an der Spitze des texanischen Ölriesen steht. Der 64-jährige Tillerson unterhält enge geschäftliche Verbindungen zu Russland - und ist daher umstritten.

Chefdiplomat ohne Erfahrung auf Polit-Parkett

Wladimir Putin kommentiert am 9. August 2014 bei einer Videokonferenz das Ölbohrprjekt des amerikanischen Ölkonzerns Exxon in der russischen Arktis.
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Präsident Putin ist ein langjähriger Freund des künftigen US-Außenministers.

Politisch ist Tillerson komplett unerfahren - dafür verfügt der Texaner als Chef des Ölkonzerns über weltweite Geschäftskontakte. Nach Ansicht von Trump einer seiner größten Vorteile.

Mit Russlands Präsident Wladimir Putin versteht er sich auch persönlich gut. 2013 zeichnete Putin ihn mit einem Orden der Freundschaft aus. Nach Einschätzung des Think Tanks CSIS, in dessen Vorstand Tillerson sitzt, hat er vermutlich mehr persönlichen Austausch mit Putin als jeder andere Amerikaner. Er hält ausdrücklich nichts von Sanktionen gegen Moskau.

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Trumps zukünftiges Team

Rex Tillerson

Rex Tillerson wird neuer Außenminister. Der 64-Jährige besitzt keinerlei politische Erfahrung, verfügt aber als Chef des Ölkonzerns ExxonMobil über weltweite Geschäftskontakte, unter anderem nach Russland. In der Anhörung im Senat ging er - anders als Trump - auf Distanz zu Moskau: Russland stelle eine Gefahr dar, sei aber nicht unberechenbar. | Bildquelle: REUTERS

Drohender Interessenkonflikt

Kritiker sehen in Tillersons Nominierung einen besonders schweren Fall drohender Interessenkonflikte. Exxon ist auf allen Kontinenten unterwegs und unterhält Operationen in mehreren Dutzend Ländern. Tillerson selbst hält an Exxon Anteile von etwa 150 Millionen US-Dollar.

Sachpolitisch scheint Tillerson nicht leicht einzuordnen sein. Als CEO von Exxon vertritt er einerseits vehement die Interessen der fossilen Energieindustrie, erkennt aber den Klimawandel als echt und ernst an. Angeblich ist Tillerson kein Befürworter eines Rückzugs der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen.

Geprägt durch Pfadfinder-Jugend

Welche Positionen er zu Syrien, zu Nahost, dem internationalen Terrorismus oder dem Verhältnis zu China hat, ist nicht bekannt. Der Multimillionär wird als sehr konservativ beschrieben, andererseits hat er als jahrelanger Präsident der Pfadfinder die Organisation für homosexuelle junge Männer geöffnet. Es heißt, neben Exxon, wo er sein ganzes Berufsleben verbracht hat, hätten ihn die Boy Scouts mindestens ebenso geprägt.

Tillerson ist verheiratet, das Paar hat vier Kinder. Zu Beginn des Präsidentschaftswahlkampfs unterstützte Tillerson Jeb Bush, Floridas Ex-Gouverneur.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Dezember 2016 um 12:00 Uhr.

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