Absperrband am Rio Grande | Bildquelle: AP

USA-Mexiko-Grenze Ein Foto sorgt für Entsetzen

Stand: 26.06.2019 12:01 Uhr

Ein Vater, eine Mutter und ihre zweijährige Tochter wollen über einen Fluss von Mexiko in die USA fliehen. Dabei kommen der Mann und das Kind dramatisch ums Leben. Ein Foto zeigt die Szene, die nun weltweit für Bestürzung sorgt.

Die traurige Geschichte einer Familie aus El Salvador an der Grenze zwischen Mexiko und den USA löst weltweit Bestürzung und Wut aus. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hatten sich ein Mann und seine Frau am Sonntag dazu entschlossen, mit der kleinen Tochter am Grenzort Matamoros den Fluss Rio Grande zu überqueren, um von Mexiko aus nach Texas in die USA zu gelangen. Die Familie war nach Angaben der mexikanischen Zeitung "La Jornada" frustriert, weil sie sich nicht den US-Behörden stellen und Asyl beantragen konnte.

Katastrophale Zustände in Flüchtlingslagern an US-mexikanischer Grenze
tagesschau 20:00 Uhr, 26.06.2019, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Zunächst habe der Vater das kleine Mädchen auf der anderen Seite am Ufer abgesetzt, berichtet die Zeitung. Dann sei er zur mexikanischen Seite zurückgekehrt, um seine Frau zu holen. In dem Moment sei die Tochter ins Wasser gesprungen. Der Vater habe sie noch greifen können, beide seien dann aber von der Strömung mitgerissen worden, zitierte die Zeitung die Frau.

Foto zeigt angeschwemmte Leichen

Nach einer stundenlangen Suche fanden Rettungskräfte die Leichen dann rund 500 Meter entfernt. Diese Szene wurde nach übereinstimmenden Medienberichten von der Journalistin Julia Le Duc mit einem Foto festgehalten. Es zeigt einen jungen Mann und ein kleines Kind - beide liegen mit dem Gesicht nach unten im Wasser. Ein T-Shirt ist bis zur Brust hochgerutscht, seine Tochter steckt mit ihm darin. Ein Arm von ihr liegt über seinem Nacken, so als habe sie sich in ihren letzten Momenten an ihm festgehalten.

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Bild von ertrunkenem Flüchtling und seiner Tochter im Rio Grande

Warnhinweis
Ertrunkener Vater mit seinem Kind am Ufer

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Mexikanischer Präsident zeigt Bedauern

Als erstes wurde das Foto von "La Jornada" veröffentlicht, für die die Journalistin und Fotografin wohl arbeitet. Inzwischen geht das Bild um die Welt. Darauf angesprochen, äußerte der mexikanische Präsident sein Bedauern über das Geschehene. Das Land habe immer angeprangert, dass es angesichts der zunehmenden Ablehnung von Migranten und Flüchtlingen in den Vereinigten Staaten Menschen gebe, die ihr Leben in der Wüste oder beim Übertritt über einen Fluss verlieren würden, sagte Andrés Manuel López Obrador.

Die Regierung El Salvadors sagte der Familie der Ertrunkenen schnelle Hilfe zu. Staatschef Nayib Bukele habe zudem angeordnet, die Leichen so schnell wie möglich in das mittelamerikanische Land zu überführen, teilte das Präsidialamt mit. "Eines Tages werden wir ein Land errichtet haben, wo solche Dinge nicht passieren und in dem Migration eine Option und nicht eine Notwendigkeit ist", wurde Präsident Bukele zitiert.

Das Bild des Vaters und seiner kleinen Tochter erinnert in seiner Wirkung an das Foto eines dreijährigen syrischen Flüchtlingsjungen, dessen Leiche im Spätsommer 2015 an einem Strand in der Türkei gefunden worden war.

Ein Foto entsetzt in den USA: Vater und Tochter tot im Grenzfluss
Jan Bösche, ARD Washington
26.06.2019 15:54 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. Juni 2019 um 09:45 Uhr.

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