Nancy Pelosi | Bildquelle: REUTERS

Pelosi bricht Trump-Treffen ab Eklat im Weißen Haus

Stand: 17.10.2019 07:50 Uhr

Beide sprechen sie von einem Ausraster und schreiben ihn dem jeweils anderen zu: Ein Treffen zwischen dem US-Präsidenten und Nancy Pelosi wurde vorzeitig abgebrochen, weil Trump die Spitzendemokratin beleidigt haben soll.

Dass US-Präsident Donald Trump und die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, erbitterte Gegner sind, ist bekannt. Nun endete ein Treffen zwischen Trump und führenden Demokraten im Weißen Haus in einem Eklat. Die Demokraten brachen das Gespräch ab, weil Trump Pelosi verbal attackiert habe.

"Ausraster" des Präsidenten

Trump habe sie als "drittklassige Politikerin" beschimpft, erläuterte Pelosi vor Journalisten. Sie selbst sprach von einem "Ausraster" des Präsidenten und dass dieser mit Blick auf Nordsyrien keinen Plan habe. Später sagte sie: "Ich bete für seine Gesundheit nach seinem Zusammenbruch".

"Er war beleidigend, vor allem zur Vorsitzenden", sagte der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer. "Sie ist komplett ruhig geblieben."

Der demokratische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus wählte gar einen historischen Superlativ: "Das heutige Treffen mit dem Präsidenten ist zu einer Schmähtirade ausgeartet. Nie zuvor habe ich gesehen, dass ein Präsident ein gleichgestelltes Regierungsorgan so respektlos behandelt", twitterte Steny Hoyer, der seit 1981 für die Demokraten im Kongress sitzt.

Trumps Konter

Trump ließ die Kritik nicht auf sich sitzen und konterte - wie gewohnt - auf Twitter. Dabei wählte er ähnliche Ausdrücke wie Pelosi. "Nancy Pelosi braucht schnell Hilfe!", schrieb der Präsident. "Entweder ist bei ihr 'da oben' etwas falsch, oder sie mag schlicht unser großartiges Land nicht. Sie hatte heute im Weißen Haus einen totalen Ausraster. Es war sehr traurig mit anzusehen. Betet für sie, sie ist eine sehr kranke Person!"

Resolution verurteilt US-Truppenabzug aus Syrien

Das Treffen stand von vorneherein unter keinem guten Stern. Kurz zuvor hatte das Repräsentantenhaus den US-Truppenabzug aus Nordsyrien in einer parteiübergreifenden Resolution als Fehler gegeißelt. Eine deutliche Mehrheit von Demokraten und Republikanern schloss sich der Resolution an.

Das Verhältnis zwischen dem US-Präsidenten und der Opposition gilt ohnehin als zerrüttet. Hintergrund ist auch die von Demokraten im Repräsentantenhaus geführte Untersuchung zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen Trump.

Mit Informationen von Torben Ostermann, ARD-Studio Washington

Eklat im Weißen Haus: Demokraten brechen Gespräch mit Trump ab
Torben Ostermann, ARD Washington
17.10.2019 05:37 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Oktober 2019 um 08:00 Uhr.

Darstellung: