Die führende US-Demokratin Pelosi auf einem Podium | Bildquelle: REUTERS

Nach Trumps Veto Demokraten wollen nicht aufgeben

Stand: 16.03.2019 05:17 Uhr

US-Präsident Trump will Geld für die Grenzmauer zu Mexiko und hat deshalb sein Veto gegen einen Kongress-Beschluss eingelegt. Der Notstand bleibt damit in Kraft. Die Demokraten wollen das nicht hinnehmen.

Führende US-Demokraten wollen versuchen, das Veto von US-Präsident Donald Trump gegen eine Kongress-Resolution zu überstimmen. Die Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, kündigte für den 26. März eine Abstimmung an, um das Veto des republikanischen Präsidenten zu überstimmen - auch wenn ein Erfolg kaum realistisch erscheint. Der Vorsitzende der demokratischen Minderheit im Senat, Chuck Schumer, warf Trump vor, die Verfassung mit Füßen zu treten.

Präsident Donald Trump im Weißen Haus | Bildquelle: AP
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Präsident Donald Trump im Weißen Haus: Um ein Veto des Präsidenten zu überstimmen, ist sowohl im Abgeordnetenhaus als auch im Senat eine Zweidrittelmehrheit notwendig.

Trumps erstes Veto

Im Streit um die von ihm angestrebte Mauer an der Grenze zu Mexiko hatte Trump das erste Veto seiner Amtszeit eingelegt. Damit verhinderte er die vom Kongress beschlossene Aufhebung des Notstands an der Grenze zu Mexiko, den Trump zuvor selbst verhängt hatte. Um ein Veto des Präsidenten zu überstimmen, ist sowohl im Abgeordnetenhaus als auch im Senat eine Zweidrittelmehrheit notwendig. Eine solche Mehrheit ist derzeit nicht in Sicht.

Trump zeigte sich zuversichtlich, dass es nicht gelingen wird, sein Veto zu kippen. Mithilfe der Notstandserklärung will der republikanische Präsident die Finanzierung der von ihm geforderten Grenzmauer ohne Zustimmung des Parlaments sicherstellen. Der Kongress - das US-Parlament - hatte die von Trump gewünschten Mittel für den Mauerbau verweigert. Daraufhin rief Trump Mitte Februar einen Notstand an der Grenze aus.

Resolution beschlossen

Am Donnerstag beschloss der von den Republikanern dominierte Senat eine Resolution, mit der der Notstand beendet werden sollte. In der Kammer stimmten 12 von 53 republikanischen Senatoren für die von den Demokraten eingebrachte Resolution. Das Abgeordnetenhaus, in dem die Demokraten die Mehrheit haben, hatte die Resolution bereits Ende Februar beschlossen. Trump will mit der Notstandserklärung andere Geldtöpfe vor allem beim Verteidigungsministerium anzapfen, um zusätzliche Milliarden für den Mauerbau zu beschaffen. Die Demokraten halten das für verfassungswidrig, weil der Kongress für die Bewilligung von Mitteln zuständig ist.

Auch aus den Reihen der Republikaner gibt es Kritik daran, dass Trump den Kongress umgeht. Unmittelbar nach der Abstimmung im Senat kündigte Trump sein Veto an - das erste seiner mehr als zweijährigen Amtszeit. Trump sagte: "Der Kongress hat die Freiheit, diese Resolution zu verabschieden, und ich habe die Pflicht, dagegen ein Veto einzulegen. Und ich bin sehr stolz, dagegen ein Veto einzulegen." Die Resolution sei unverantwortlich. Selten habe es bessere Gründe gegeben, einen Notstand auszurufen. Er betonte erneut, an der Grenze zu Mexiko gebe es eine "Invasion".

Die Grenzmauer war ein zentrales Wahlkampfversprechen Trumps. Die Abstimmung am Donnerstag war die zweite Schlappe binnen zwei Tagen für den Präsidenten im Senat. Erst am Mittwoch hatte der Senat gegen den Willen Trumps mehrheitlich für eine Resolution gestimmt, mit der die US-Hilfe für die von Saudi-Arabien geführte und hochumstrittene Militäroperation im Jemen beendet werden soll.

US-Präsident Trump beim Unterzeichnen des Vetos | Bildquelle: AFP
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Trump unterzeichnete das Dokument vor Ordnungshütern und den Eltern von Kriminalitätsopfern.

Sieben republikanische Senatoren votierten gemeinsam mit den Demokraten und beschafften so die nötige Mehrheit. Ein Votum des Abgeordnetenhauses dazu steht noch aus - und Trump könnte auch gegen diese Resolution ein Veto einlegen.

Trumps demokratischer Amtsvorgänger Barack Obama hatte in seinen acht Jahren im Weißen Haus insgesamt zwölfmal ein Veto eingelegt.

 

Über dieses Thema berichteten am 16. März 2019 Deutschlandfunk um 06:00 Uhr in den Nachrichten und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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