Roger Stone | Bildquelle: REUTERS

Russland-Ermittlungen Langjähriger Trump-Berater festgenommen

Stand: 25.01.2019 15:53 Uhr

Der langjährige Trump-Berater Roger Stone ist in Florida verhaftet worden. Ihm werden Falschaussagen gegenüber Ermittlern und Zeugenbeeinflussung vorgeworfen. Stone soll noch heute vor Gericht erscheinen.

Der umstrittene Politikberater Roger Stone, ein langjähriger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump, ist in sieben Punkten angeklagt und festgenommen worden.

Der 66-Jährige wird beschuldigt, den Kongress angelogen und Sonderermittler Robert Muellers Untersuchungen zur Russland-Affäre behindert zu haben.

Stone wurde am frühen Morgen von Beamten des FBI in seinem Haus in Fort Lauderdale im Bundesstaat Florida festgenommen. Er soll noch heute vor Gericht erscheinen. Sein Name fiel im Zusammenhang mit der Russland-Affäre immer wieder. Er war einst Mitarbeiter von Präsident Richard Nixon und blickt auf eine lange Karriere als schillernder, aber umstrittener Lobbyist und Politikberater zurück.

Stone und Trump - langjährige Vertraute

Stone ist seit vielen Jahren mit Trump befreundet. Er stieß kurz nach der Präsidentschaftskandidatur des Immobilienmilliardärs als Berater zu Trumps Wahlkampf-Team, verließ es aber nach wenigen Monaten nach einem Streit. Trump und Stone blieben aber weiter in engem Kontakt.

Laut Muellers Anklage tauschte sich Stone bis zur Wahl 2016 weiter "regelmäßig" mit Trumps Wahlkampfteam aus. Außerdem unterstützte er Trump öffentlich. Aus Muellers Anklageschrift geht hervor, dass Wahlkampfhelfer von Trump im Sommer 2016 versuchten, Informationen über E-Mails zu erhalten, die Hillary Clintons Wahlkampfteam gestohlen wurden.

Demnach sprach Stone mit hochrangigen Vertretern des Trump-Wahlkampfteams über WikiLeaks und möglicherweise belastende Informationen über die Clinton-Kampagne. Laut Anklage kontaktierte ihn ein nicht genannter ranghoher Wahlkampfmitarbeiter von Trump, um ihn zu fragen, wann die "gestohlenen Dokumente" veröffentlicht werden könnten.

Weißes Haus: Trump nicht belastet

Der Kontakt zwischen dem Trump-Team und Stone kam zustande, nachdem WikiLeaks am 22. Juli 2016 zunächst E-Mails veröffentlicht hatte, die bei Hackerangriffen auf die nationale Organisation der Demokraten und andere Gruppen erbeutet worden waren. Stone nannte WikiLeaks-Gründer Julian Assange öffentlich "meinen Helden".

Stone wird außerdem der Zeugenbeeinflussung beschuldigt. Laut Anklage bemühte er sich längere Zeit, den New Yorker Radiomoderator Randy Credico davon abzuhalten, seiner eigenen Aussage vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses zu widersprechen.

Bevor WikiLeaks E-Mails der Demokraten veröffentlichte, hatte Stone einen Tweet geschrieben, der bei Ermittlern den Eindruck erweckte, dass er wusste, dass die E-Mails bald veröffentlicht würden. Stone gab dagegen an, keine Insiderinformationen über den Inhalt der E-Mails im Besitz von WikiLeaks zu haben. Er habe von Credico erfahren, dass WikiLeaks die E-Mails habe und plane, diese zu veröffentlichen.

Nach Angaben des Weißen Hauses steht Stones Festnahme in keinem Zusammenhang mit dem Präsidenten. Sprecherin Sarah Huckabee Sanders sagte CNN, Trump werde in dem Fall nicht belastet.

Über dieses Thema berichtete am 25. Januar 2019 Deutschlandfunk24 um 13:00 Uhr in den Nachrichten und tagesschau24 um 15:00 Uhr.

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