Donald Trump bei einer Pressekonferenz in Hanoi | Bildquelle: REUTERS

Gipfel in Hanoi beendet Trump und Kim erzielen keine Einigung

Stand: 28.02.2019 11:56 Uhr

Der Gipfel zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim ist ohne Ergebnis geblieben. Knackpunkte seien die Denuklearisierung und die Sanktionen gewesen, sagte Trump. Kim werde weiter auf Atomwaffentests verzichten.

Das zweite Treffen zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump ist abrupt zu Ende gegangen: Am zweiten Tag ihres Gipfels in Hanoi teilte das Weiße Haus überraschend mit, es sei keine Einigung erzielt worden. Ein ursprünglich geplantes gemeinsames Mittagessen und die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung wurden von der Tagesordnung gestrichen.

Nordkoreas Machthaber Kim bei der Abfahrt in Hanoi | Bildquelle: REUTERS
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Kim hat sich mit seiner Delegation in sein Hotel zurückgezogen.

"Wir hatten eine produktive Zeit"

Kim und Trump verließen den Tagungsort im Hotel Metropole in ihren jeweiligen Fahrzeugkonvois. Kims Konvoi kehrte ins Meliá Hotel zurück, in dem die nordkoreanische Delegation untergebracht ist. Trump sagte wenig später auf einer Pressekonferenz, die Gespräche seien positiv gewesen und würden weitergehen. Nordkorea habe großes Potenzial. "Wir hatten eine produktive Zeit." Doch "wir hatten das Gefühl, dass es keine gute Idee wäre, etwas zu unterzeichnen".

Der Zeitpunkt für eine gemeinsame Erklärung sei noch nicht gekommen. Es habe "verschiedene Optionen" gegeben. Ein Streitpunkt seien die Sanktionen gewesen. Trump teilte mit, Kim habe Zugeständnisse versprochen, damit die USA alle Sanktionen aufheben. Doch das Angebot reichte der US-Regierung nicht: "Sie waren bereit, einen großen Teil zu denuklearisieren (atomar abzurüsten), aber nicht da, wo wir es wollten", sagte Trump. Insofern würden die Sanktionen vorerst bestehen bleiben. Kim habe aber zugesagt, dass sein Land die Atomwaffentests nicht wieder aufnehmen werde.

Weitere Gespräche der Unterhändler

Auch das US-Präsidialamt sprach von einem "sehr guten und konstruktiven Treffen", bei dem es über verschiedene Möglichkeiten gegangen sei, wie der Abbau von Atomwaffen und die wirtschaftliche Entwicklung Nordkoreas erreicht werden könnten. Die Verhandlungsteams würden sich aber "in der Zukunft" wieder treffen, kündigte Trumps Sprecherin Sarah Sanders an.

Kim Jong Un und Donald Trump | Bildquelle: dpa
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Trump sagte während des Treffens, es gebe "keine Eile", solange Nordkorea auf Atomwaffen- und Raketentests verzichte.

Ziel ist Denuklearisierung

Die Gespräche der beiden Politiker hatten hinter verschlossenen Türen stattgefunden. Dabei sollte es insbesondere um konkrete Schritte für die von den USA geforderte "Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel" gehen.  Die USA hatten wiederholt gefordert, dass Nordkorea sein Atomwaffenarsenal vollständig, unumkehrbar und nachprüfbar aufgibt. Die Führung in Pjöngjang fordert eine Aufhebung der wegen des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms verhängten Sanktionen und einen Abzug der US-Truppen aus Südkorea.

Der Gipfel hatte am Mittwochabend mit einem kurzen Vieraugengespräch und einem gemeinsamen Abendessen begonnen.

Kommentar: Gipfeltreffen in Hanoi
Kathrin Erdmann, ARD Tokio
28.02.2019 11:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. Februar 2019 um 09:00 Uhr.

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