Zerstörte Häuser in der Provinz Idlib (Archivbild) | Bildquelle: AP

Syrische Provinz Idlib UN warnen vor humanitärer Katastrophe

Stand: 25.12.2019 03:39 Uhr

Die Offensive der syrischen Regierung treibt Zehntausende in Idlib in die Flucht. Die UN warnen vor einer Katastrophe an der Grenze zur Türkei - aber die Kämpfe gehen weiter. Beim Angriff auf eine Schule starben sechs Kinder.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat mit Blick auf Zehntausende Flüchtlinge zum sofortigen Stopp der Kämpfe in der syrischen Rebellenprovinz Idlib aufgerufen. "Der Generalsekretär erinnert alle Parteien an die Pflicht, Zivilisten zu schützen", erklärte UN-Sprecher Stephane Dujarric. "Die UN drängt alle Parteien dazu, den ungehinderten Zugang aller humanitären Parteien zu erlauben, um denjenigen in Not lebensrettende Hilfe zukommen zu lassen."

Die türkische Regierung in Ankara forderte wiederum Russland auf, in eine neue Waffenruhe einzuwilligen. Die Bombardierungen müssten "sofort" aufhören, sagte Regierungssprecher Ibrahim Kalin. Eine türkische Delegation war zuvor nach Moskau gereist, um sich für eine Waffenruhe einzusetzen.

UN fordert Waffenruhe in Idlib
tagesschau 20:00 Uhr, 24.12.2019, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Kinder bei Raketenangriff getötet

Ungeachtet aller internationalen Appelle gehen die Kämpfe in Idlib mit unverminderter Härte weiter. Im Nordwesten der Provinz traf eine Rakete ein Schulgebäude, dabei wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte - die sich ihrerseits auf Berichte von Aktivisten vor Ort beruft - mindestens zehn Menschen getötet - unter ihnen sechs Kinder. Verantwortlich für den Angriff sei Russland. Moskau ist der wichtigste Verbündete von Syriens Präsident Baschar al-Assad, die russischen Streitkräfte unterstützen die syrische Armee unter anderem aus der Luft.

120.000 Menschen auf der Flucht

Unterdessen wird die Lage an der Grenze zur Türkei immer dramatischer: Nach Informationen von Hilfsorganisationen sollen etwa 120.000 Menschen vor den Kämpfen in Richtung türkischer Grenze fliehen. Die Zahl der Flüchtlinge stieg laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte allein seit Donnerstag um 40.000 Menschen.

Helfer der Weißhelme der syrischen Opposition berichteten, die Orte Maaret al-Numan und die 30 Kilometer nördlich gelegene Stadt Sarakeb seien nahezu leer, nachdem Zehntausende vor Artilleriebeschuss und Luftangriffen geflohen seien. Die regierungsnahe Zeitung "Al-Watan" berichtete, syrische Truppen seien nur noch wenige Kilometer von Maaret al-Numan entfernt. Die Stadt hatte einmal mehr als 90.000 Einwohner, Sarakeb um die 30.000.

Die Provinz Idlib in Syrien | Bildquelle: AFP
galerie

Viele Ortschaften in Idlib - wie hier Maaret al-Numan - sind komplett zerstört.

Türkei lehnt weitere Aufnahme von Flüchtlingen ab

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan lehnt die Aufnahme weiterer Flüchtlinge ab, da sein Land bereits 3,7 Millionen Vertriebene aus Syrien aufgenommen und keine weiteren Kapazitäten habe.

Russland unterstützt die Angriffe der Armee des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad auf die Rebellenprovinz. Die Türkei hat sich dagegen mit bestimmten Rebellengruppen in Idlib verbündet und will zudem einen Sicherheitskorridor auf syrischem Gebiet einrichten, in dem die derzeit in der Türkei lebenden Flüchtlinge angesiedelt werden sollen.

UN warnen vor humanitärer Katastrophe an syrischer Grenze zur Türkei
Antje Passenheim, ARD New York
25.12.2019 07:12 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Dezember 2019 um 04:49 Uhr.

Darstellung: