Ein Mann trägt einen großen Plastikbehälter mit Wasser. | REUTERS

Ausbruch in Syrien 39 Menschen an Cholera gestorben

Stand: 05.10.2022 16:46 Uhr

Die WHO meldet den ersten größeren Cholera-Ausbruch in Syrien seit mehr als zehn Jahren. Fast 600 Krankheitsfälle sind bisher bekannt und 39 Menschen gestorben. Ursache ist vermutlich verunreinigtes Wasser aus dem Euphrat.

In Syrien sind bei dem schwersten Cholera-Ausbruch seit mehr als zehn Jahren bereits 39 Menschen an der Krankheit gestorben. In elf der 14 Regionen des Landes wurden seit Ende des vergangenen Monats insgesamt 584 Fälle der Krankheit festgestellt, erklärte das Gesundheitsministerium.

Die Situation entwickele sich in den betroffenen Gebieten auf "alarmierende Weise" und die Krankheit breite sich schnell aus, warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die meisten Toten wurden in der nördlichen Region Aleppo gezählt. Zunächst war nicht klar, ob die Todesfälle in der Gesamtzahl der Krankheitsfälle enthalten waren.

Problem: Trinkwasser aus dem Euphrat

Die extrem ansteckende Infektion wird in der Regel durch verunreinigte Lebensmittel oder Wasser übertragen und führt zu Durchfall und Erbrechen. Die Krankheit kann sich in Wohngebieten ausbreiten, in denen es keine funktionierende Kanalisation und Trinkwasserversorgung gibt.

Nach jahrelangem Krieg sind in Syrien nach UN-Angaben fast zwei Drittel der Wasseraufbereitungsanlagen, die Hälfte der Pumpstationen und ein Drittel der Wassertürme beschädigt. Auslöser des jüngsten Cholera-Ausbruchs ist vermutlich das verunreinigte Wasser des Euphrat, auf das laut UNO mehr als 18 Millionen Menschen in dem Land als Trinkwasserquelle angewiesen sind.

Infektion kann tödlich enden

Niedrigwasser aufgrund von Dürre und von der Türkei gebauten Staudämmen haben das Problem noch verschärft. Der Ausbruch ist umso alarmierender, da zahlreiche Syrer in Flüchtlingslagern leben - unter miserablen hygienischen Bedingungen und ohne Zugang zu sauberem Wasser.

Laut WHO kann eine Cholera-Infektion binnen wenigen Stunden tödlich enden, wenn sie nicht behandelt wird. Patienten müssen rasch mit Flüssigkeit versorgt werden, entweder durch eine oral verabreichte Rehydrierungslösung, in schwereren Fällen sind eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr und Antibiotika nötig.

Weltweit erkranken jedes Jahr zwischen 1,3 und vier Millionen Menschen an Cholera, zwischen 21.000 und 143.000 Menschen sterben.