Karte: Syrien mit Damaskus und Homs

Syrien-Konflikt Angriff auf Militärbasis

Stand: 09.04.2018 05:28 Uhr

In Syrien ist laut staatlichen Medien eine Militärbasis in Homs angegriffen worden. Die USA wiesen die Verantwortung für die Attacke zurück. Heute befasst sich der UN-Sicherheitsrat erneut mit dem Krieg in dem Land.

Ein syrischer Militärflughafen ist nach Berichten staatlicher Medien in der Nacht bombardiert worden. Mehrere Geschosse hätten den Flughafen Taifur in der Provinz Homs im Zentrum des Landes getroffen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Die Flugabwehr habe acht Raketen abgeschossen, sagte die Agentur unter Berufung auf Militärquellen. Zivilisten berichteten laut syrischem Fernsehen von lauten Explosionsgeräuschen in der Gegend. Noch ist unklar, wer für den Beschuss verantwortlich ist. Es sei davon auszugehen, dass es sich um einen US-Angriff gehandelt habe, meldete Sana.

USA weisen Verantwortung zurück

Die USA wissen das zurück: "Das Verteidigungsministerium führt derzeit keine Luftangriffe in Syrien aus", teilte das Pentagon mit. "Allerdings beobachten wir die Situation weiterhin genau und unterstützen die diplomatischen Bemühungen, diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die Chemiewaffen in Syrien und anderswo einsetzen", sagte ein Sprecher.

Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump eine Warnung an Damaskus und seine Verbündeten ausgesprochen. Dies war eine Reaktion auf einen mutmaßlichen Chemiewaffenangriff auf die Rebellenhochburg Duma. Die Verantwortlichen müssten einen "hohen Preis" dafür bezahlen, warnte Trump.

Rauch steigt nach erneuten Luftangriffen über der syrischen Rebellenhochburg Duma auf. | Bildquelle: dpa
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In der Rebellenhochburg Duma soll das Assad-Regime Giftgas haben, berichten Oppositionelle.

Möglicherweise Angriff aus Israel

Libanesischen Medien zufolge hatten Bewohner nahe der südöstlichen Grenze zu Syrien in den frühen Morgenstunden von Kampfjets im Luftraum berichtet. Das können demnach möglicherweise auf einen Angriff aus Israel hindeuten. Die Berichte konnten nicht unabhängig verifiziert werden.

UN-Sicherheitsrat tagt zu Syrien

Haley | Bildquelle: REUTERS
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Nikki Haley forderte, die "Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen".

Der Raketenangriff folgt auf Berichte über einen mutmaßlichen Giftgasanschlag der syrischen Armee auf die Stadt Duma in der Rebellenhochburg Ost-Ghouta, bei dem am Samstag mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen sein sollen. Der UN-Sicherheitsrat will sich heute erneut mit dem Konflikt befassen. Die USA beantragten eine Dringlichkeitssitzung mit acht weiteren Staaten, darunter auch die ständigen Ratsmitglieder Frankreich und Großbritannien.

"Der Einsatz von Chemiewaffen, um unschuldige syrische Zivilisten zu verletzen und zu töten, ist zu gewöhnlich geworden", teilte die US-amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley mit. "Der Sicherheitsrat muss zusammenkommen und unmittelbaren Zugang für Retter fordern, eine unabhängige Untersuchung zum Hergang unterstützen und die für diese abscheuliche Tat Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen."

Sowohl Syriens Führung als auch Russland weisen die Berichte über den Giftgas-Angriff zurück. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. April 2018 um 05:00 Uhr in den Nachrichten.

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