Ein Polizist geht nach einem Angriff in der Gegend des Straßburger Weihnachtsmarkts durch die Innenstadt | Bildquelle: dpa

Anschlag in Straßburg Behörden gehen von islamistischer Tat aus

Stand: 12.12.2018 16:58 Uhr

Nach dem Anschlag in Straßburg mit drei Toten verdichten sich die Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Die Polizei fahndet nach dem 29-jährigen Chérif C. und seinem Bruder.

Von Martin Bohne, ARD-Studio Paris

Die Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund des gestrigen Anschlags in Straßburg verdichten sich. Rémy Heitz, der für Terrorermittlungen zuständige Staatsanwalt von Paris, berichtete auf einer Pressekonferenz in Straßburg von Zeugenaussagen, wonach der mutmaßliche Täter "Allahu akhbar" gerufen habe.

Der Täter soll gestern Abend gegen 20 Uhr an mehreren Stellen im Zentrum von Straßburg auf Passanten geschossen beziehungsweise mit einem Messer auf sie eingestochen haben. Zwei Menschen sind den ihnen zugefügten Verletzungen erlegen, bei einer dritten Person wurde der Hirntod festgestellt. Sechs weitere Personen befinden sich in Lebensgefahr.

Täter wurde angeschossen

Bei einem Schusswechsel mit einer Militärpatrouille sei der Attentäter verletzt worden, so Staatsanwalt Heitz, er konnte aber in einem entführten Taxi fliehen. Seitdem wird mit einem massiven Polizeiaufgebot nach ihm gefahndet, er konnte aber immer noch nicht lokalisiert werden. Offenbar ist er gemeinsam mit seinem Bruder Sami auf der Flucht.

Zeitweise waren knapp 700 Sicherheitskräfte im Einsatz, dazu mehrere Helikopter. Möglicherweise haben sich die Verdächtigen auch nach Deutschland abgesetzt, so die Behörden. In Frankreich wurden laut Heitz fünf Verdächtige in Gewahrsam genommen. Sie sollen zu der Tat verhört werden.

Michael Stempfle, ARD Berlin, zum Attentäter von Straßburg
tagesschau24 15:00 Uhr, 12.12.2018

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27 mal verurteilt

Laut Staatsanwalt handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um den 29-jährigen Straßburger Chérif C. Er wurde in Straßburg geboren, hat aber nordafrikanische Wurzeln. Insgesamt sei er bereits 27 mal von Gerichten verurteilt wurden, meist wegen Einbruchs- und Gewaltdelikten. Er hat mehrere längere Haftstrafen verbüßt, einige davon auch in Deutschland. Bei seinem letzten Gefängnisaufenthalt habe er sich radikalisiert und sei daher in die französische Gefährderdatei aufgenommen wurden.

Chérif C. sollte gestern vor der Tat wegen versuchten Totschlags verhaftet werden, wurde aber nicht in seiner Wohnung angetroffen. Dort stellten die Beamten eine Granate, eine Schusswaffe und mehrere Messer sicher. Vier Personen aus dem Umfeld des Tatverdächtigen seien in Polizeigewahrsam genommen wurden.

Macron ruft zu "Ruhe und Zurückhaltung" auf

In Paris beschäftigte sich der Ministerrat unter Vorsitz von Präsident Emmanuel Macron auch mit den Ereignissen in Straßburg. Laut Regierungsprecher Benjamin Griveaux habe Macron auf die andauernde terroristischen Bedrohung hingewiesen und dies mit einem Appell an die Politik verbunden.

"Der Präsident hat gesagt, in diesen Momenten, die wir besonders seit gestern Abend, aber auch schon in den Wochen zuvor durchleben, sollte der Sinn für das Gemeinwohl jeden politisch Verantwortlichen zur Ruhe und Zurückhaltung bringen", sagte Griveaux.

Fahndung nach Straßburger Attentäter bislang erfolglos
Martin Bohne, ARD Brüssel, zzt. Paris
12.12.2018 18:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Dezember 2018 um 15:00 Uhr.

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