Downing Street Number 10 - Sitz der britischen Premierminister | Bildquelle: AFP

Johnson-Berater sucht Personal "Spinner" für die Downing Street gesucht

Stand: 03.01.2020 12:01 Uhr

Datenwissenschaftler, Projektmanager und "weirdos" - zu deutsch: "Spinner". Eine ungewöhnliche Stellenausschreibung des wichtigsten Beraters von Premierminister Johnson sorgt in Großbritannien derzeit für Wirbel.

Die britische Regierung brauche rasch hoch qualifizierte Mitarbeiter um die Herausforderungen durch den EU-Austritt zu bewältigen, schrieb Dominic Cummings am Donnerstagabend auf seinem privaten Blog. "Der Brexit macht viele große Veränderungen in politischen Strategien und der Struktur der Entscheidungsfindung notwendig." Vor allem Fähigkeiten aus der Physik, Mathematik, Wirtschaft, Informatik und der Werbebranche sind demnach gefragt.

"Wir brauchen echte Joker"

Aber auch "supertalentierte Spinner" hätten eine Chance, so Cummings. "Wir brauchen ein paar echte Joker, Künstler, Leute, die nie zur Universität gegangen sind und sich aus einem widerwärtigen Höllenloch gekämpft haben", schrieb der Johnson-Berater. Ob er mit "super-talented weirdos" in der Übersetzung "Spinner" oder vielmehr "Querdenker" meint, ist schwer zu sagen.

Wenn man herausfinden wolle, was die Figuren um Russlands Präsidenten Wladimir Putin im Schilde führten oder wie kriminelle Banden Schlupflöcher im Grenzschutz ausnutzten, brauche man keine Englisch-Absolventen, die bei Dinnerpartys gelehrte Unterhaltungen führen könnten.

Frischer Wind für den Verwaltungsapparat

Der Wahlkampfstratege Cummings gilt als genialer, aber auch unberechenbarer Kopf hinter dem überwältigenden Erfolg Johnsons bei der Parlamentswahl im Dezember und dem Brexit-Votum im Jahr 2016. Er macht seit Langem keinen Hehl daraus, dass er den Verwaltungsapparat in Großbritannien für unfähig hält und komplett umkrempeln will. Nun hat er Gelegenheit dazu.

Er rief dazu auf, Bewerbungen an eine private Googlemail-Adresse zu senden. Eine der zu besetzenden Stellen sei die seines persönlichen Assistenten. Für den Job seien große Entbehrungen notwendig: "Sie werden keine freien Abende unter der Woche haben, Sie werden viele Wochenenden opfern - offen gesagt, es wird schwer sein, überhaupt einen Freund oder eine Freundin zu haben." Der Lohn seien Einblicke, wie sie sonst kaum junge Menschen hätten. Er warnte aber: "Wenn Sie nicht passen, werde ich Sie innerhalb von Wochen entlassen."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 03. Januar 2020 in den Nachrichten innerhalb der Sendung "Grünstreifen" von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr.

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