Der Wald brennt in der Nähe des Dorfs Ribera d'Ebre | Bildquelle: dpa

Region in Katalonien Waldbrand in Spanien außer Kontrolle

Stand: 27.06.2019 16:30 Uhr

Auch Spanien leidet unter extremer Hitze. Im Nordosten des Landes kämpft die Feuerwehr nun gegen einen riesigen Waldbrand. Ursache war möglicherweise ein explodierter Misthaufen.

Das Feuer wütet im grünen Hinterland von Katalonien, südwestlich der Stadt Tarragona. Die Gegend ist dünn besiedelt, die Touristenstrände sind eine Stunde entfernt. Die Flammen haben schon rund 4000 Hektar Wald vernichtet. Wenn es schlecht läuft, könnte sich die Fläche in den kommenden Tagen verfünffachen. Und die Bedingungen sind nicht gut: Der Wind dürfte auffrischen, die hohen Temperaturen sorgen dafür, dass die Flammen leichtes Spiel haben. Damit nicht genug, so David Borrell, Feuerwehrchef von Katalonien:

"Wir haben es mit vielen Hindernissen zu tun, mit Wegen, die nicht zugänglich sind. Und das hat die Arbeit für uns verkompliziert.“

Schlimmster Waldbrand seit 20 Jahren

Mehr als 300 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Kataloniens Innenminister Miquel Buch war vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Er spricht von einem der schlimmsten Waldbrände in der Region seit 20 Jahren. Der Plan sei, die rechte Flanke des Waldbrands in Angriff zu nehmen, erklärte der Innenminister. Bei Tageslicht könnten auch wieder Löschflugzeugen aufsteigen und so intensiver gegen die Flammen kämpfen als das in der Nacht möglich gewesen sei.

Ein Flugzeug der Feuerwehr kämpft in der spanischen Provinz Tarragona gegen den Waldbrand. Das Feuer wütet dort seit Mittwochnachmittag und Besserung ist nicht in Sicht. | Bildquelle: dpa
galerie

Ein Flugzeug der Feuerwehr kämpft in der spanischen Provinz Tarragona gegen den Waldbrand. Das Feuer wütet dort seit Mittwochnachmittag und Besserung ist nicht in Sicht.

30 Menschen in Sicherheit gebracht

Auslöser sei möglicherweise ein Misthaufen auf einem Bauernhof gewesen, der sich in der Gluthitze derart aufgeheizt habe, dass er regelrecht explodiert sei und dabei Funken erzeugt habe, sagte der Innenminister.  

Fast 30 Menschen mussten die Nacht in einer Notunterkunft verbringen, mehrere Straßen der Gegend sind gesperrt. Gut möglich, dass es in den kommenden Tagen auch an anderen Orten in Spanien brennen wird. Die Hitzewelle hat fast das ganze Land im Griff, mit Temperaturen von teils über 40 Grad.

Mit Informationen von Marc Dugge, ARD-Studio Madrid

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Juni 2019 um 04:00 Uhr.

Darstellung: