Autos in Barcelona brennen während der Proteste nach der Festnahme des Rappers Pablo Hasél. | REUTERS

Nach Festnahme in Spanien Gewalt bei Demos für Rapper Pablo Hasél

Stand: 17.02.2021 08:36 Uhr

Tausende protestieren in Spanien gegen die Festnahme des Rappers Pablo Hasél. Er sitzt wegen Beleidigung des Königshauses im Gefängnis. Eine Debatte über Meinungsfreiheit ist entbrannt.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

In mehreren spanischen Städten haben Menschen gegen die Inhaftierung des Rappers Pablo Hasél protestiert. Der Musiker war gestern festgenommen worden. Er muss unter anderem wegen radikaler Songtexte für neun Monate ins Gefängnis.

Oliver Neuroth ARD-Studio Madrid

Allein in Barcelona versammelten sich am Abend rund 2000 Menschen. Einige warfen Steine und Feuerwerkskörper in Richtung der Polizei, Straßenbarrikaden und Müllcontainer gingen in Flammen auf. Die Demonstranten riefen "Freiheit für Pablo Hasél" oder "Tod dem spanischen Regime".

Festnahmen und Verletzte in mehreren Städten

Auch in anderen katalanischen Städten kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, zum Beispiel in Lleida und Girona. Ebenso bei Protesten in Valencia und Palma de Mallorca. 

Die Polizei berichtet von insgesamt 14 Festnahmen und mindestens 17 Verletzten. Eine junge Demonstrantin wurde schwer am Auge verletzt.

Ex-König als "Mafioso" besungen

Pablo Hasél hatte den spanischen Ex-König Juan Carlos in Songs und Tweets unter anderem als "Parasit" und "Mafioso" bezeichnet. Außerdem rief er zu Schüssen auf einen Politiker auf. Ein Gericht verurteilte ihn wegen "Beleidigung des Königshauses" und "Verherrlichung von Terrorismus" zu neun Monaten Haft.

Der Rapper hatte sich daraufhin in der Universität von Lleida verschanzt. Die Polizei nahm ihn dort gestern fest und brachte ihn ins Gefängnis.

Der Fall hat in Spanien eine Debatte über Meinungsfreiheit neu entflammt. Mehr als 200 Künstler, darunter Schauspieler Javier Bardem und Regisseur Pedro Almodóvar, fordern Änderungen der Gesetzgebung in Spanien.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Februar 2021 um 09:00 Uhr.