Frau mit mazedonischer Flagge in Skopje | Bildquelle: REUTERS

Kompromiss im Namensstreit Ilinden-Mazedonien statt Mazedonien?

Stand: 20.05.2018 14:24 Uhr

Griechenland und Mazedonien haben ihren jahrelangen Namensstreit offenbar beigelegt: Ilinden-Mazedonien soll das Balkanland nun heißen. Allerdings soll es darüber noch eine Volksabstimmung geben.

Die frühere jugoslawische Republik Mazedonien und Griechenland haben ihren langen Streit über den Namen des Balkanlandes offenbar beigelegt. Der mazedonische Ministerpräsident Zoran Zaev teilte mit, sein Land solle künftig Republik Ilinden-Mazedonien heißen. Dieser Kompromiss sei sowohl für Skopje als auch Athen akzeptabel. Über den neuen Namen solle es aber in seinem Land noch eine Volksabstimmung geben.

Der Name spielt auf den Ilinden-Aufstand gegen die osmanische Herrschaft 1903 an. Die griechische Zeitung "Kathimerini" gab ihn in ihrer englischen Online-Ausgabe ekatherimini.com als "Ilindenska Makedonija oder Republik Ilinden-Mazedonien" an. "llindenska" ist das Adjektiv vom Namen der Stadt, in der die Revolte stattfand.

Griechenlands Premier Tsipras bei einem Treffen der EU-Staaten in Rom. | Bildquelle: REUTERS
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Alexis Tsipras will in dem Streit eine "dauerhafte Lösung".

Griechische Konservative und Nationalisten dagegen

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras sagte: "Jeder Schritt ist nun von entscheidender Bedeutung. Wir wollen eine dauerhafte Lösung." Er traf sich mit Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos, um über den Kompromiss zu beraten. Die griechischen Konservativen reagierten bereits ablehnend. Auch nationalistische Parteien und Organisationen lehnten diesen Namen ab. Seit der Unabhängigkeit Mazedoniens von Jugoslawien vor 27 Jahren wehrt sich Griechenland dagegen, dass das Nachbarland so heißt wie die eigene im Norden liegende Provinz Mazedonien. Athen befürchtet spätere Gebietsansprüche.

Für Skopje hängt von der Beilegung des Namensstreits auch der Beitritt zur Europäischen Union ab. Griechenland blockiert wegen des Streits den Beginn von EU-Beitrittsgesprächen ebenso wie die NATO-Mitgliedschaft des Nachbarlandes.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. März 2018 um 05:43 Uhr.

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