Konfetti-Regen zu Silvester am Times Square in New York

Silvester weltweit Corona bestimmt den Jahreswechsel

Stand: 01.01.2021 12:38 Uhr

New York, Rio, Sydney - in vielen Metropolen wurde Silvester wegen der Corona-Auflagen ohne riesige Partys und Menschenmassen gefeiert. Ganz anders sah es in China, Neuseeland und Städten wie Las Vegas aus.

Unter dem Eindruck der Corona-Pandemie haben Milliarden Menschen weltweit das neue Jahr begrüßt. In vielen Ländern waren die Feierlichkeiten aufgrund der Auflagen stark eingeschränkt. In einzelnen Staaten wie Neuseeland wurde aber ähnlich gefeiert wie in der Vergangenheit. Zudem widersetzten sich die Bürger in manchen Städten den Verboten.

Party an der Copacabana verhindert

In Brasilien, wo bislang 195.000 Menschen an Covid-19 starben, verhinderten die Behörden das Zusammenkommen vieler feiernder Menschen am Copacabana-Strand in Rio de Janeiro. Normalerweise findet dort eine der größten Silvester-Feiern weltweit statt. Die Bewohner zündeten stattdessen eigene Feuerwerke. Das Knallen der Feuerwerkskörper vermischte mit lautstarkem Protest. Menschen lehnten sich aus ihren Fenstern, schlugen auf Töpfe und Pfannen und warfen Präsident Jair Bolsonaro einen unverantwortlichen Umgang mit der Corona-Krise vor. "Raus mit dir, Bolsonaro!", riefen sie.

Menschen sehen an der Copacabana Feuerwerk zu | REUTERS

An der Copacabana in Rio verfolgten nur wenige Menschen die privat gezündeten Feuerwerke. Bild: REUTERS

Times Square in New York gesperrt

In den USA gingen die Menschen sehr unterschiedlich mit den Corona-Auflagen um. In New York wurde der berühmte Times Square zum ersten Mal seit Jahrzehnten an Silvester für die Öffentlichkeit gesperrt. Als um Mitternacht wie jedes Jahr ein leuchtender Kristallball an einem Fahnenmast zum sogenannten Ball Drop herabgesenkt wurde, zählten dort nur wenige Dutzend geladene Gäste die letzten Sekunden herunter. Unter ihnen waren medizinisches Personal und Lieferboten, die stillen Helden der Pandemie. Millionen US-Amerikaner verfolgten die große Show aber an ihren Fernsehgeräten. Über den Straßen Manhattans regnete es Konfetti und es erklangen die zur Silvestertradition zählenden Lieder "Auld Lang Syne" und "New York, New York".

Dagegen feierten in Las Vegas trotz Warnungen der Behörden Zehntausende Menschen auf den Straßen ins neue Jahr. Etliche waren beim Einkaufen, Spielen und Alkoholkonsum zu sehen, obwohl der Gouverneur des Bundesstaats Nevada, Steve Sisolak, die Bürger aufgerufen hatte, ihre Feierpläne zu überdenken. Die Casinos der Glücksspielmetropole hatten ihren Betrieb den staatlichen Vorschriften angepasst und unter anderem weniger Stühle an den Spielautomaten aufgestellt. Im Innern der Spielhallen war es auf den Gängen aber meist zu voll, um Abstandsregeln einhalten zu können. Während üblicherweise mehr als 330.000 Touristen zu Silvester in der Stadt sind und eine koordinierte Feuerwerksshow über den Dächern der Casinos abgefeuert wird, wurden die Casinos diesmal auf eine Kapazität von 25 Prozent beschränkt, die Show wurde abgesagt und die meisten Nachtclubs blieben geschlossen.

Feiern ohne Auflagen in Neuseeland

In Neuseeland fanden viele Stunden zuvor Musikfestivals und Feuerwerksshows ohne Begrenzungen der Besucherzahl oder andere Corona-Einschränkungen statt. Das Land verzeichnete seit mehr als einem Monat keine lokalen Corona-Fälle mehr. In Auckland gab es eine Lichtshow rund um Harbour Bridge und Sky Tower, gefolgt von einem fünfminütigen Feuerwerk um Mitternacht. Eine der größten Silvesterveranstaltungen ist das dreitägige Musikfestival Rhythm and Vines, das nahe der Stadt Gisborne im Nordosten der Nordinsel über die Bühne geht.

China: Feiern ohne Einschränkungen

Weil es in China den offiziellen Angaben nach kaum noch Infektionen gibt, hat das neue Jahr auch in der Volksrepublik ohne große Einschränkungen begonnen. Um Mitternacht wurden in einigen Städten Feuerwerke gezündet . In der Millionenmetropole Wuhan, wo die globale Gesundheitskrise vor einem Jahr ihren Ausgang genommen hatte, ließen Tausende Menschen Luftballons in den Nachthimmel steigen. Wie Silvester ist in China allerdings kein besonders wichtiger Feiertag. Nach dem traditionellen Mondkalender beginnt das neue Jahr erst im Februar.

Menschen posieren für Fotos im chinesischen Wuhan. | REUTERS

Obwohl in China Silvester keine große Rolle spielt, feierten in Wuhan viele Menschen. Bild: REUTERS

Feuerwerk in Sydney - ohne Zuschauer

Ein anderes Bild zeigte sich im australischen Sydney, das zehn Stunden vor Mitteleuropa das Jahr 2021 einläutete. Statt der üblichen großen Silvesterfeier am Hafen gab es in diesem Jahr nur eine siebenminütige Show - so gut wie ohne Publikum.

Nur wenige Menschen stehen während des Silvesterfeuerwerks auf dem Vorplatz der Oper von Sydney. | AFP

Nur wenige Menschen stehen während des Silvesterfeuerwerks auf dem Vorplatz der Oper von Sydney. Bild: AFP

Normalerweise zieht das Spektakel jedes Jahr mehr als eine Million Menschen an. Dieses Jahr war die Gegend um den Hafen abgesperrt, beliebte Parks waren geschlossen. Von außen durften nur jene ins Zentrum Sydneys, die eine Reservierung in einem Restaurant hatten oder einer von fünf erlaubten Gästen eines Anwohners waren.

Mehr Feuerwerk in Griechenland

In Griechenland wurde der Jahreswechsel landesweit mit riesigen Feuerwerken gefeiert - es wurde weitaus mehr geböllert als zuvor. Medien berichteten von "einer der spektakulärsten pyrotechnischen Shows aller Zeiten".

Feuerwerk über der Akropolis | dpa

Bild: dpa

Feuerwerk zu Silvester ist in Griechenland längst nicht so üblich wie in Deutschland. Traditionell spielen die Griechen in der Neujahrsnacht Karten. Weil dieses Jahr aber Corona-Ausgangsverbot herrschte, überboten sich Städte in Sachen Pyrotechnik.

Südafrika: Kerzen statt Böller

Viele Südafrikaner folgten einem Aufruf von Präsident Cyril Ramaphosa, in Gedenken an die Opfer der Pandemie statt Feuerwerkskörpern eine Kerze anzuzünden. Die Geste solle auch als Solidaritätsbekundung mit medizinischen Fachkräften verstanden werden, die im Kampf gegen das Coronavirus an vorderster Front stehen.

Auch in Japan wurde Silvester in diesem Jahr ruhig gefeiert. Wegen einer neuen Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen in Tokio rief Gouverneurin Yuriko Koike die Bewohner auf, Neujahr mit der Familie zu verbringen und zu Hause zu bleiben. In Moskau gab es trotz Corona-Sperrstunde ein großes Feuerwerk am Kreml.

Über dieses Thema berichtete tagesschau am 31. Dezember 2020 um 20:00 Uhr.