Hochwasser in Sibirien | Bildquelle: dpa

Putin besucht Region Irkutsk Tote durch Hochwasser in Sibirien

Stand: 30.06.2019 00:09 Uhr

Während Europa unter der Hitze ächzt, kämpfen die Menschen in Sibirien mit Hochwasser. 50 Ortschaften wurden überschwemmt, fünf Menschen kamen ums Leben. Die Lage ist so dramatisch, dass nun Präsident Putin die Region besuchte.

Tagelanger Regen hat in Sibirien für schwere Überschwemmungen gesorgt. Nach Angaben des russischen Zivilschutzes kamen dabei mindestens fünf Menschen ums Leben. Zudem sei das Schicksal von zwei Menschen nicht geklärt, sagte der russische Zivilschutzminister Jewgeni Sinitschew der Agentur Interfax zufolge. Zuvor war von drei Toten die Rede gewesen.

Durch den Regen traten mehreren Flüssen über die Ufer. Sinitschew sprach auch von mehr als 350 Verletzten. Etwa 100 von ihnen würden in Krankenhäusern behandelt. Medien berichteten von zahlreichen Vermissten sowie vielen toten Kühen und Pferde.

In der Stadt Bratsk landete überraschend der russische Präsident Wladimir Putin und kündigte rasche Hilfe an. Der Kremlchef besuchte die Region auf dem Rückweg vom G20-Gipfel in Japan.

Mindestens fünf Tote nach Hochwasser in Sibirien
tagesschau 20:00 Uhr, 30.06.2019, Ina Ruck, ARD Moskau

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Es regnet weiter

Nach tagelangen Niederschlägen waren im Irkutsker Gebiet rund 50 Ortschaften in den Fluten versunken. Mehr als 4000 Gebäude, zahlreiche Brücken und Straßen wurden beschädigt oder zerstört. Mehr als 10.000 Menschen seien von den Überschwemmungen betroffen, hieß es. Viele mussten mit Booten und Rettungshubschraubern in Sicherheit gebracht werden.

Der Zivilschutz warnte, dass sich die Hochwasserlage wegen anhaltenden Regens noch verschlimmern werde. In den betroffenen Gebieten wurde der Ausnahmezustand verhängt.

Putin verspricht schnelle Hilfe

Putin wies der Agentur Interfax zufolge Behörden an, den Menschen rasch und unbürokratisch Hilfe zukommen zu lassen und die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur sowie die Stromversorgung wieder herzustellen. Die Bürger bräuchten medizinische Hilfe, Medikamente und etwas zu essen und zu trinken, sagte er. Zudem müssten die Menschen besser darüber informiert werden, wo sie Hilfe bekommen können.

Der Präsident warnte Händler davor, die Preise auf Lebensmittel zu erhöhen und aus dem Unglück der Menschen Kapital zu schlagen. "Das Hochwasser steigt leider weiter", sagte Putin. Deshalb müssten weitere Notunterkünfte eingerichtet werden. Kinder sollten in anderen Regionen in Russland in Sommerferienlagern untergebracht werden, Kleinkinder gemeinsam mit ihren Eltern. Sobald sich die Lage entspanne, müsse rasch mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Der Sommer sei kurz, der Winter kehre schnell wieder ein in Sibirien, betonte er.

Erst Waldbrände, jetzt Hochwasser

Im russischen Fernsehen waren dramatische Rettungsszenen und große Zerstörungen zu sehen. Einsatzkräfte brachten Nahrungsmittel und Trinkwasser in die Region. Regierungschef Dmitri Medwedew ordnete zudem die Auszahlung von finanziell gestaffelten Soforthilfen an - für die Hinterbliebenen der Toten, für die Verletzten und für durch Schäden betroffene Bürger.

Die Region Irkutsk kommt seit Monaten nicht zur Ruhe. Zuletzt hatte es in dem Gebiet nach langer Trockenheit auch schwere Waldbrände gegeben, bei denen ebenfalls Häuser zerstört wurden. Bürger klagten, dass in der klimatisch ohnehin schwierigen Region mit einem kurzen Sommer nun auch große Teile des angebauten Obstes und Gemüses zerstört seien.

Überschwemmungen in Sibirien - Putin besucht Region
Christine Auerbach, ARD Moskau
30.06.2019 10:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Juni 2019 um 04:24 Uhr.

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