Schweizer Gardist | Bildquelle: picture alliance / Pressebildage

Kleinste Armee der Welt Nachwuchssorgen in der Schweizergarde

Stand: 06.05.2019 14:59 Uhr

Die Schweizergarde hat Mühe, Nachwuchs anzuwerben. Diesmal leisten nur 23 Rekruten den Eid auf das Kirchenoberhaupt. Papst Franziskus will mit einer Reform die Truppe wieder attraktiver machen.

Die kleinste Armee der Welt kann immer weniger Nachwuchs anwerben. Vor zwei Jahren leisteten noch 40 Rekruten der Schweizergarde den Eid, im vergangenen Jahr waren es 32 und nun sind es gerade einmal 23.

Es sei nicht der Missbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche, der junge Männer vom Dienst in der Garde abhielte, meinte Ruth Metzler-Arnold, Präsidentin der Stiftung der Päpstlichen Schweizergarde, im Schweizer Rundfunk (SRF). Viele junge Männer fänden gut bezahlte Jobs in der freien Wirtschaft. Die Mission im Vatikan wird immer unattraktiver.

Garde existiert seit 1506

Dabei ist der Bedarf nach neuen Rekruten im vergangen Jahr sogar gestiegen. Im April 2018 verfügte Papst Franziskus, die Zahl der Gardisten von 110 auf 135 Mann aufzustocken. Die Personaldecke war schlicht zu dünn. Einsatzzeiten und Sicherheitsanforderungen hatten massiv zugenommen.

Die Schweizergardisten sind die traditionelle Schutztruppe des Kirchenoberhaupts. Bewerber müssen mindestens 1,74 Meter groß sein, zwischen 19 und 30 Jahre alt sein, ledig und katholisch. Sie müssen sich für mindestens zwei Jahre verpflichten. "Es ist offensichtlich, dass ein Schweizergardist mit seinem Auftritt eine Visitenkarte für den Heiligen Vater darstellt", heißt es auf der Internetseite der Garde.

Schweizer Garde auf dem Petersplatz. | Bildquelle: dpa
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Die Schweizergardisten sind die traditionelle Schutztruppe des Kirchenoberhaupts.

Die Truppe dient seit 1506. Die Gardisten exerzieren in der traditionellen Galauniform in leuchtend blau, rot und gelb. Sie tragen einen Helm mit roter Feder und eine lange Hellebarde mit axtförmiger Klinge. Sie sind damit eines der beliebtesten Fotomotive für Touristen in Rom.

Heirat nach fünf Dienstjahren

Um mehr Rekruten zu gewinnen, hat Franziskus die strengen Vorschriften bereits gelockert. "Eine ganz entscheidende Maßnahme des Papstes war vor drei Jahren, Gardisten nach fünf Dienstjahren unabhängig vom militärischen Grad die Heirat zu erlauben", sagte Metzler-Arnold. Vorher durften nur Offiziere, Wachtmeister und Korporale heiraten, und das erst nach zehn Dienstjahren.

Zusätzlich dürfen die Soldaten sich über finanzielle Erleichterungen freuen, wenn sie eine Familie gründen wollen. So kündigte Metzler-Arnold in einem Interview mit dem SRF an, dass ihre Stiftung die Schulgelder für die Schweizer Schule in Rom übernehme. Die beliefen sich zwischen 2500 und 4100 Euro pro Jahr.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 06. Mai 2019 in den Nachrichten innerhalb der Sendung "Grünstreifen" von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr.

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