Polizisten kontrollieren Fahrzeuge auf einer Bundestraße in Tirol. | Bildquelle: dpa

An Wochenenden Fahrverbote künftig auch in Salzburg

Stand: 10.07.2019 22:13 Uhr

Tirol hat in Österreich den Anfang gemacht, nun zieht auch Salzburg mit Fahrverboten nach. Der Durchreiseverkehr soll künftig wochenends auf die Autobahn gezwungen werden. Verkehrsminister Scheuer sucht das Gespräch.

In Österreich steht eine Ausweitung der Fahrverbote bevor - trotz scharfer Proteste aus Bayern. Nach Tirol hat auch das Bundesland Salzburg Wochenend-Fahrverbote angekündigt, um den ausufernden Verkehr auf den Nebenstraßen einzudämmen. Nun will sich die Bundesregierung in Berlin deeskalierend in den Streit einschalten.

Vom 13. Juli bis 18. August werden jeweils samstags und sonntags von 6 bis 20 Uhr alle Abfahrten der Tauernautobahn (A10) gesperrt. Abfahren dürfen dann nur Anrainer oder Gäste, die in der Umgebung ihre Unterkunft gebucht haben. Die Maßnahme soll zwischen Puch-Urstein bei Hallein und Sankt Michael im Lungau umgesetzt werden. Eine entsprechende Verordnung werde noch in dieser Woche erlassen, hieß es aus dem Büro des Salzburger Landesrates Stefan Schnöll.

Bayern sucht Gespräche

Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart reagierte zurückhaltend: "Mit uns abgesprochen ist das nicht. Wir werden weiterhin die Gespräche mit Salzburg und Tirol suchen."

Den Dialog will auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vorantreiben. Er lud den Tiroler Landeschef Günther Platter sowie den österreichischen Verkehrsminister Andreas Reichhardt nach Berlin ein, wie der "Münchner Merkur" berichtete. Scheuer wolle "die Hitze aus der Diskussion nehmen". Wenn es mit Blockaden und Fahrverboten so weiter gehe, breche der Tourismus, der Handel und die Logistik ein, warnte er.

Das Treffen wäre Ende Juli möglich. Die bayerischen Schulferien, mit denen der Verkehr auf den Straßen in Richtung Süden noch einmal zunehmen dürfte, beginnen am 29. Juli.

Andreas Scheuer | Bildquelle: JENS SCHLUETER/EPA-EFE/REX
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Bundesverkehrsminister Scheuer will sich noch diesen Monat mit seinem österreichischen Amtskollegen Reichhardt treffen.

Proteste aus der Wirtschaft

Die bayerische Wirtschaft legte scharfen Protest gegen die Pläne in Österreich ein. Die ständig weiter verschärften Verkehrsbeschränkungen gingen massiv zulasten des Wirtschaftsverkehrs, seien nicht verhältnismäßig und vollkommen inakzeptabel, kritisierte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft.

Bayern hat mehrfach gegen die in Tirol verhängten Wochenendfahrverbote auf Schleichwegen und die Blockabfertigung von Lkw an der Grenze protestiert. Das Bundesverkehrsministerium kündigte eine Klage gegen Österreich an.

Österreich will nicht nachgeben

Tirols Landeschef Platter machte im Interview mit der österreichischen Nachrichtenagentur APA deutlich, dass er nicht nachgeben will. "Wir brauchen konkrete Gespräche über eine Reduktion des Transitverkehrs. Alles andere ist sinnlos." Solange der Umwegtransit nicht abnehme, werde es "kein Nachgeben bei den Fahrverboten im niederrangigen Straßennetz" geben.

Allzu große Probleme im Reiseverkehr verursachten die Fahrverbote in Tirol bisher nicht. Tirol und nun auch Salzburg rechtfertigen die Aktionen als Schutzmaßnahmen für die örtliche Bevölkerung vor Umweltverschmutzung und Verkehrschaos.

Salzburg sperrt A10 Abfahrten an sechs Reisewochenenden
Andrea Beer, ARD Wien
11.07.2019 08:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 10. Juli 2019 um 18:35 Uhr.

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