Italiens Innenminister Salvini in Rom | Bildquelle: AP

Flüchtlinge vor Italien Salvini weist eigene Küstenwache ab

Stand: 26.07.2019 22:36 Uhr

Italiens Innenminister Salvini fährt seinen harten Kurs in der Flüchtlingspolitik auch gegen die eigenen Behörden. Er verbot einem Schiff der Küstenwache mit Migranten an Bord, in Lampedusa anzulegen.

Ein Schiff der italienischen Küstenwache mit rund 140 Migranten an Bord wartet auf Erlaubnis zur Einfahrt in einen italienischen Hafen. Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega kündigte an, die Erlaubnis erst zu erteilen, "wenn eine Verteilung aller 140 Migranten in ganz Europa schriftlich feststeht", wie italienische Medien berichten.

Salvini rief die EU-Staaten zur Aufnahme der geretteten Migranten auf, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Aus Kreisen des Innenministeriums hieß es, dass die Regierung in Rom die EU-Kommission offiziell darum gebeten habe, die Verteilung der Migranten an Bord zu koordinieren.

Das Schiff "Gregoretti" der Küstenwache hatte 50 Migranten nach ihrer Rettung von einem italienischen Fischerboot übernommen. Zudem sind den Berichten nach 91 Migranten von einem Schlauchboot an Bord, das tunesische Fischer auf dem Mittelmeer entdeckt hatten.

Hilfsorganisation findet 62 Leichen

Am Donnerstag hatte sich im Mittelmeer die laut UN schlimmste Tragödie in diesem Jahr ereignet. Bei einem Schiffsunglück mit Flüchtlingen vor der libyschen Küste sollen bis 150 Menschen ertrunken sein. Retter vom Roten Halbmond sollen bisher 62 Leichen aus dem Wasser geholt haben, wie ein Vertreter der Hilfsorganisation der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Überlebende des Unglücks hätten ausgesagt, sie seien Teil einer Gruppe von 300 Menschen gewesen.

Nach dem Unglück dringt die EU-Kommission erneut auf eine Lösung zur Verteilung von aus Seenot geretteten Migranten. Der Vorfall sei "eine Erinnerung daran, dass es dringend vorhersehbare Regelungen" brauche, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde.

Mehr als hundert Vermisste bei Flüchtlingsbootunglück vor Libyen
tagesschau 12:00 Uhr, 26.07.2019, Simon Riesche, ARD Kairo

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Rund 35 Prozent weniger Flüchtlinge als im Vorjahr

In diesem Jahr kamen nach UN-Angaben bisher 36.670 Flüchtlinge und Migranten über das Mittelmeer nach Europa, rund 35 Prozent weniger als im selben Zeitraum des vergangenen Jahres.

686 Menschen starben zwischen Jahresanfang 2019 und dem 24. Juli bei der Überfahrt, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilte.

Die meisten Flüchtlinge in Griechenland und Spanien

Von Januar bis Juli 2018 hatten laut IOM 54.978 Menschen mit Booten Europa erreicht, wobei mindestens 1508 ums Leben gekommen waren. Im laufenden Jahr trafen bisher die meisten Flüchtlinge und Migranten in Griechenland (17.991) und Spanien (12.443) ein.

Nach Italien kamen 3552 Menschen mit Booten, deutlich weniger als in der derselben Periode 2018, als es 18.107 waren. Nach Malta kamen in diesem Jahr 1443, nach Zypern 1241.

Auch Spanien verzeichnete im Lauf dieses Jahres rückläufige Zahlen, während Griechenland einen Anstieg um rund 2500 registrierte. In Griechenland trafen vor allem Afghanen, Syrer, Iraker, Palästinenser und Kongolesen ein.

Über dieses Thema berichteten am 26. Juli 2019 Deutschlandfunk um 15:00 Uhr und die tagesschau um 16:00 Uhr.

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