Reuters journalist Wa Lone in Myanmar | Bildquelle: REUTERS

Urteil in Myanmar Reuters-Journalisten verurteilt

Stand: 03.09.2018 07:12 Uhr

Weil sie gegen ein Gesetz aus der Kolonialzeit verstoßen haben, sind zwei Reuters-Journalisten in Myanmar zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Ihr Fall hatte weltweit für Kritik gesorgt.

Zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters sind in Myanmar wegen eines Verstoßes gegen ein Gesetz zu Staatsgeheimnissen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das teilte das zuständige Gericht am Montag mit. Wa Lone und Kyaw Soe Oo waren im Dezember festgenommen worden, als sie an einem Artikel über die Ermordung von zehn Männern und Jungen recherchierten, die der muslimischen Minderheit der Rohingya angehörten.

Der britische und der amerikanische Botschafter in Myanmar kritisierten das Urteil. Es sei enttäuschend und ein Rückschlag für diejenigen, die für Pressefreiheit kämpften.

In Myanmar festgenommene Reuters-Journalisten | Bildquelle: LYNN BO BO/EPA-EFE/REX/Shutterst
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Wa Lone und Kyaw Soe Oo waren im Dezember festgenommen worden

In die Falle gelockt?

Weltweit hatten sich Prominente und Politiker für die Freilassung der beiden Journalisten - die aus Myanmar stammen - eingesetzt. Die Staatsanwaltschaft hatte den Männern vorgeworfen, gegen ein Gesetz zu Staatsgeheimnissen aus der Kolonialzeit verstoßen zu haben. Darauf stehen bis zu 14 Jahre Haft. Die Journalisten wiesen die Vorwürfe zurück. "Ich habe nichts Unrechtes getan", sagte Wa Lone.

Ein Polizist hatte im April ausgesagt, er habe die Journalisten bei ihren Recherchen in eine Falle gelockt. Ein Polizeichef habe angeordnet, eine Verabredung mit dem Reporter zur Übergabe geheimer Dokumente zu arrangieren. Zudem habe es den Befehl gegeben, Wa Lone unmittelbar nach dem Treffen in einem Restaurant festzunehmen.

Aung San Suu Kyi in der Kritik

Myanmar und seine Regierungschefin, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, stehen wegen des Vorgehens des Militärs gegen muslimische Rohingya international in der Kritik. Aus Furcht vor Verfolgung sind im vergangenen Jahr mehr als 700.000 Muslime aus dem mehrheitlich buddhistischen Land in den muslimischen Nachbarstaat Bangladesch geflohen.

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